Gesprächsrahmen

Überlegungen zum Gesprächsrahmen
Viele Gespräche scheitern oder sind Keimzellen von Konflikten, weil nicht die nötigen Vorabklärungen kommuniziert wurden.

Rolle, Beziehung

Vorannahmen über Rolle, Zweck, Absicht bleiben verdeckt und führen beim anderen zu Missverständnissen.
Aus welcher Rolle agiere ich? Welchen Hut habe ich auf? Ein und dieselbe Aussage kann völlig andere Wirkungen haben, je nachdem ob ich als Mensch, Mann oder Frau, als Kollege, als Chef oder Mitarbeiter, als Freundin oder Freund agiere. Bevor ich sende, muss der andere wissen, auf welchem Kanal ich sende (Man sagt: "Etwas in den falschen Hals bekommen?).

Oder:

Bei neuen Beziehungsdefinitionen wird nicht um Erlaubnis gefragt, ob auch der andere dieses Beziehungsfeld betreten möchte! Z.B. Übergriffe unerlaubter Nähe: Kritik, aber auch Komplimente, Persönliches, auch Witze, Sarkasmus gehören dazu. Oder Überordnung: " Bringen Sie mir mal den Kaffee." (Für beide Formen gilt: Betritt man ein Haus, sollte man?)

Evtl. kann es wichtig sein, den Gesprächsanlass und die Vorgeschichte zu klären (Was bisher geschah…; "Ich bin unruhig, da es sich um ein heikles Thema handelt",
"Ich möchte heute einen Punkt ansprechen, den ich schon lange vor mir her schiebe…")

Absicht, Thema, Ziel
Nicht weniger wichtig ist die Klärung der Absicht bzw. des Gesprächsziels. "Der Grund meines Gespräches ist …" Ich möchte folgenden Punkt klären.." "Das heutige Thema ist …"

Die Klärung dieser Punkte hilft Missverständnisse zu vermeiden und wieder auf den Gesprächsfaden zurückzukehren, wenn der anderen den Rahmen verlässt (indem das Thema oder sogar die Rolle gewechselt wird).

Zeitrahmen

Manchmal herrschen unterschiedliche Auffassungen über den Zeitrahmen. Je mehr Personen an einem Gespräch beteiligt sind, umso wichtiger kann die vorherige Klärung sein.

In Routinegesprächen wissen alle Beteiligten über den Rahmen bescheid, und man kann sofort in den Inhalt einsteigen. Je neuartiger eine Situation für einen oder mehrere Beteiligte ist, umso notwendiger ist die Klärung des Rahmens. Werden allerdings die Rahmen (Rolle, Absicht, Auftrag, Zeit…) von der anderen Seite nicht akzeptiert, ist das Scheitern vorprogrammiert.

Sie sind interessiert an weiteren Themen rund um das Thema Führung? Wir bieten individuelle Programme für Führungskräfte und Inhouse-Programme für Unternehmen. Außerdem halten wir Vorträge rund um das Thema Führung und trainieren Trainer für das Leadion-Modell.
Posted in Allgemein.
7.670 views

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *