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Führung 2012 - 40 Artikel zum Thema Führung
von Ulrich Grannemann (Hrsg.)

Führungsfähigkeiten > Kommunikation > Gesprächsführung

Priming: Das Gehirn auf die richtige Spur setzen

Ulrich Grannemann - Was hat der Ton, mit dem sich jemand am Telefon meldet mit dem zu tun, wie die Inhalte des folgenden Gesprächs interpretiert werden? Welche Bedeutung hat die Art und Weise, wie Sie ein Meeting eröffnen, für den weiteren Verlauf? Wie wichtig sind die ersten Sekunden eines Gespräches?

 Glaubt man den psychologischen Studien zum Thema „Priming“ („grundieren“) haben diese Voreinstellungen einen erheblichen Einfluss auf unsere Interpretationen, Deutungen, Urteile und Assoziationen.
 
Beispiel: Priming bringt unser Gehirn auf die „Schiene“
 
Sie hören gerade, dass Ihr Unternehmen in Schwierigkeiten gerät, dass die Zahlen nicht gut aussehen. Kurze Zeit später erhalten Sie eine Einladung zu einem Meeting, in dem die aktuellen Projekte vorgestellt werden sollen. Was vermuten Sie?
 
Studien: Das Urteil hängt vom Priming, nicht vom tatsächlichen Geschehen ab
 
Schon aus den 70-igern stammt folgende Studie: Unter dem Vorwand eines Gedächtnistestes wurden der 1. Gruppe Worte wie „unternehmenslustig, selbstbewusst“, der 2. Gruppe die Worte „eingebildet, unnahbar“ gezeigt. Später wurde ein Donald-Comic gezeigt: „Jemand klopfte, aber Donald ließ ihn nicht herein“. Die erste Gruppe beurteilte Donald positiv, die 2. Gruppe negativ. Bargh et. alt. zeigten einer Gruppe Worte, die mit Alter zu tun hatten. Diese Gruppe brauchte länger für einen Fußweg als die Kontrollgruppe (Bargh, J. A., Chen, M., & Burrows, Journal of Personality and Social Psychology. Nr. 71, 1996, S. 230–24).
 
Wir haben es ja schon immer gewusst: Es ist eben nicht unwichtig, in welcher Reihenfolge die Tagesordnungspunkte in einer Vorstandsitzung behandelt werden und wer in welcher Form das Thema einführt. Und die Frage unter Kollegen: Welche Laune hat der Chef?  Kann ich zu ihm mit meinem Anliegen? Oder sollte ich eher morgen versuchen?
 
Positiv Denken doch erfolgreich?
 
So können wir uns natürlich erfolgreich selbst „primen“, indem wir uns selbst mit positiven Bildern und Begriffen versorgen, bevor wir einen schwierigen Kollegen treffen, eine Rede halten, eine Präsentation starten oder ein wichtiges Gespräch vor uns haben.
 
Was heißt das für uns als Führungskräfte?
 
Priming scheint die jeweiligen Bereiche unseres Gehirns zu aktivieren, voreinzustellen. Das Priming setzt unser Gehirn auf die Spur. Die selbsterfüllende Prophezeiung bekommt so weitere Unterstützung. Negative wie positive Worte haben nicht nur eine direkte und messbare Wirkung auf unser Immunsystem (wie es die Psycho-Neuro-Immunologie beweist), sondern sie wirken nach, haben eine längere Wirkung als zunächst vermutet. Auch Menschen mit positiver Ausstrahlung und Sprachgebrauch schaffen so durch ihr Priming auch bei anderen Menschen positive Grundeinstellungen.
Stellen Sie sich vor, Sie würden diesen Artikel jemandem empfehlen: Das Priming „ ist ganz interessant“ wird sicher zu einer anderen Aufmerksamkeit führen, als die Aussage „dieser Artikel wird Dein Leben verändern“
 
„We are ever on stage“

Auch der Satz „We are ever on stage“ bekommt so eine tiefere Bedeutung.


Autor: Ulrich Grannemann, 2013
Leserzahl: 3362

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