Was ist ein Dialog?

Kollegen_laufend.jpgDialog: Wechselrede, Zwiegespräch – griechisch: dialogos, “durch das Wort, den Sinn”
Zweck des Dialogs ist es, über die Grenzen des individuellen Verstehens hinauszukommen, zu Einsichten zu gelangen, die man allein nicht erreicht hätte. Werner Heisenberg sagt, Wissenschaft entstünde im Gespräch.

Grundbedingungen für einen funktionierenden Dialog nach David Bohm

Die Gesprächspartner erforschen komplexe Fragen ohne Vorannahmen, bzw. legen diese offen. Keiner legt sich auf eine Meinung fest.
Alle Teilnehmer betrachten sich als gleichberechtigte Gesprächspartner.
Es muss einen helfenden Begleiter geben, der den Dialog zusammenhält

 

Nützliche Fähigkeiten:

Erkennen von Abstraktionssprüngen

Wichtig ist es zu bemerken, wenn man seine eigenen Beobachtungen verallgemeinert. Dann werden Annahmen zu Tatsachen und das Erkunden ist unmöglich.

  • Nach welchem Prinzip funktioniert die Welt meiner Ansicht nach?
  • Auf welchen Daten beruht diese Verallgemeinerung?
  • Bin ich bereit darüber nachzudenken, ob die Verallgemeinerung falsch oder irreführend sein könnte?

 

Offenlegen der “linken Spalte”

Aussprechen, was man normalerweise verschweigt. Eine offene Auseinandersetzung mit den eigenen Annahmen ist wichtig, da diese das Verhalten beeinflussen.
Gleichgewicht halten zwischen Erkunden und Plädieren
Plädieren heißt verteidigen, für den Standpunkt eintreten. Angesichts komplexer Themen ist diese Verteidigungsfähigkeit kontraproduktiv.
Treffen z.B. zwei Gleichgesinnte aufeinander, dann erreichen sie selbst dann keinen Erfolg, wenn sie offen und ehrlich sein wollen, da Plädieren ohne Erkunden zu verstärktem Plädieren führt.
Erkunden benötigt Offenheit, Geduld und Ausdauer.
“Was veranlasst Sie zu dieser Haltung?” – “Könnten Sie Ihre Meinung mit einigen Beispielen veranschaulichen?”

 

Gleichgewicht herstellen

Wenn sie für einen Standpunkt plädieren:

  • Machen Sie Ihre eigene Argumentation explizit. (Sagen Sie ehrlich, wie sie zu dieser Ansicht gelangt sind, legen Sie die Daten offen, die Ihrem Urteil zugrunde liegen.)
  • Ermutigen Sie andere, Ihre Ansicht zu hinterfragen. (?Sehen Sie Lücken … ??)
  • Ermutigen Sie andere, abweichende Ansichten zu äußern. (?Haben Sie andere Daten…??, ?Ziehen Sie andere Schlüsse …??)
  • Erkunden Sie aktiv andere Ansichten, die von Ihrer eigenen abweichen. (?Wie sehen sie die Sache … ??)

 

Beim Erkunden fremder Standpunkte:

 

  • Wenn Sie Vermutungen über die Ansichten anderer anstellen, erklären sie diese Annahmen und gestehen Sie ein, dass es sich um Annahmen handelt.
  • Geben Sie die Daten an, auf denen Ihre Annahmen beruhen.
  • Stellen Sie keine Fragen, wenn Sie kein echtes Interesse an den Antworten haben.

 

Wenn Sie an einen toten Punkt (beim Erkunden) kommen:

 

  • Fragen sie die anderen, welche Daten oder welche Beweisführung ihre Ansicht ändern könnten.
  • Fragen Sie, ob man nicht gemeinsam ein Experiment planen könnte, aus dem sich neue Informationen ergeben könnten.

 

Wenn Sie oder andere zögern, die eigene Meinung auszusprechen oder mit alternativen Ideen zu experimentieren:

Ermutigen Sie die anderen, laut darüber nachzudenken, weshalb es so schwierig ist. (“Inwiefern trägt unsere Situation oder unser Verhalten dazu bei, ein offenes Gespräch zu erschweren?”) Wenn auf beiden Seiten der Wunsch besteht, entwickeln Sie gemeinsam Methoden, um diese Hindernisse zu überwinden.

 

Unterschiede erkennen zwischen den verlautbarten Theorien (das, was man sagt) und den praktizierten Theorien (also die dem Handeln innewohnende Theorie):

 

  • Wenn eine Lücke besteht, dann muss man daran arbeiten, der Wahrheit ins Gesicht zu sehen.
  • Ist mir die verlautbarte Theorie wirklich wichtig?
  • Ist die verlautbare Theorie tatsächlich ein Teil meiner Vision?

 

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