Watzlawick: “Pragmatische Axiome”

Einer der wichtigsten Protagonisten der Kommunikationsforschung ist der Österreicher Paul Watzlawick.
Ein Teil seines Vermächtnisses sind folgende Kommunikationsaxiome:

1. Man kann nicht nicht kommunizieren

Jedes Verhalten hat einen Mitteilungscharakter, Kommunikation besteht aus Worten und paralinguistischen Phänomenen, hierzu zählen Tonfall, Schnelligkeit des Sprechens, pausen, Lachen, Seufzen etc.

2. Jede Kommunikation hat einen Inhalts- und Beziehungsaspekt, derart, dass der letztere den ersteren bestimmt. Daher handelt es sich beim Beziehungsaspekt um eine Metakommunikation.

Inhalt ist vor allem Information, gleichgültig, ob wahr oder falsch etc., gleichzeitig enthält jede Mitteilung einen Hinweis darauf, wie der Sender der Botschaft diese vom Empfänger verstanden haben will. Sie definiert, wie der Sender die Beziehung zwischen sich und dem Empfänger sieht, und ist in diesem Sinn eine persönliche Stellungnahme zum anderen.

3. Die Natur von Beziehungen ist durch die Interpunktion der
Kommunikationsabläufe seitens der Partner bedingt.

Von außen betrachtet ist Kommunikation ein ununterbrochener Austausch von Mitteilungen. Jeder einzelne Beteiligte legt ihr aber eine Struktur zugrunde und interpunktiert die Ereignisfolgen. Jeder (und jede Kultur) hat eine eigene Interpunktionsweise, die dazu dient, richtiges Verhalten zu regulieren.

4. Menschliche Kommunikation bedient sich digitaler und analoger
Modalitäten. Digitale Kommunikationen haben eine komplexe und vielseitige logische Syntax, aber eine auf dem Gebiet der Beziehungen unzulängliche Semantik. Analoge Kommunikationen dagegen besitzen dieses semantische Potential, weisen jedoch einen Mangel an der logischen Syntax auf, die für eine eindeutige Kommunikation erforderlich ist.

Es ist leicht, etwas mit Worten zu beteuern, jedoch schwer, seine Aufrichtigkeit auch analogisch glaubhaft zu machen, denn Gesten und Miene sagen mehr darüber aus, was der andere denkt, als Worte. Jedoch sind analoge Mitteilungen schnell doppeldeu-tig (Tränen der Freude und des Schmerzes, Lachen aus Freude oder vor Verachtung, Zurückhaltung aus Takt oder Gleichgültigkeit … ) Es wird immer intuitiv vom Empfänger entschieden. Das gilt nicht für die digitale Kommunikation – hier fehlen aber Vokabeln für die Definition von Beziehungen.

5. Zwischenmenschliche Kommunikationsabläufe sind entweder
symmetrisch oder komplementär, je nachdem, ob die Beziehung zwischen den Partnern auf Gleichheit oder Unterschiedlichkeit beruht.

Komplementäre Beziehungen beruhen zumeist auf gesellschaftlichen oder kulturellen Kontexten.
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