Konflikttypen nach Virginia Satir 4

4. Vierte Kommunikationsform:

Ablenker: ablenkend, ausweichend, irrelevant, sich selbst und den Kontext verleugnen

Grundgefühl: Ich gehöre nirgendwohin!

Psychosomatik: Leer

4.1 Worte:
ohne Beziehung, Clownereien, ausweichend, häufiger Themen- und Akzentwechsel, im Extrem: Worte ergeben keinen Sinn, Vermeidung alles Konkreten, irritierend.

4.2 Syntax:
rascher Wechsel zwischen den drei ersten syntaktischen Formen, selten direkte Bezugnahme auf das vom Therapeuten Gesagte.

4.3 Körper:
Eckig und in verschiedene Richtungen weisend (häufig Kinder, die als ?minimale zerebrale Dysfunktion? etikettiert worden sind), farbig, auffällig, interessante Aufmachung usw.

4.4 Selbsterleben:
Sehnsucht nach Kontakt und gleichzeitig große Angst davor, Erleben von Einsamkeit und Sinnlosigkeit, extreme Angst vor Gefühlen, Orientierungslosigkeit. Einziges Ziel: den anderen abzulenken.

Abb. 17: Die irrelevante Haltung (a.a.O. S. 93)


4.5 Therapie:
leiten, vollständige Transaktionen herzustellen, helfen, fokussieren, zu Ende bringen, abschließen, klar bleiben. Wo möglich, körperlichen Kontakt aufnehmen.

4.6 Therapeut, wenn Distanz zum System verloren,
hat keine einzige vollständige Interaktion hergestellt.

4.7 Empfängerreaktion:
die Reaktionen des Empfängers sind sehr unterschiedlich, je nach Verhalten des Senders und entsprechend der Nachvollziehbarkeit seiner Äußerungen im Zusammenhang mit der gegenwärtigen Situation. Anfangs reagieren viele Gesprächspartner mit Entspannung, Lachen, Freude, Spaß. Sie lassen sich oft eine Weile mitreißen und genießen den Kontakt, wenn sie selbst eher zu der zweiten oder vierten Form tendieren. Sind sie häufiger Anwender der ersten und dritten Form, reagieren sie zunächst ehr mit zurückgehaltener Bewunderung, bald aber mit Rückzug, Befremden oder Angst. Reagiert der Sender über längere Zeit in dieser Form, beginnen die Partner, die Lust zu verlieren und wenden sich ab. Gestaltet ein Mensch seine Kommunikation häufig irrelevant und stehen andere zu ihm in näherer Beziehung, treten meist bedeutend negativere Reaktionen bei den Zuhörern auf:

  • Irritation, Konfusion (Form 1)
  • Ängstlichkeit, Furcht (Form 1)
  • Befremden, tiefe Enttäuschung (Form 2)
  • Ablehnung (Form 2)
  • die Tendenz, sich zu entfernen (Form 3)
  • Müdigkeit (Form 3)
  • Einsamkeit, das Gefühl, unverstanden zu sein und leer auszugehen, Isolation (Form 1)
  • Ärger und Hass, der eher den Unterton der Hoffnungslosigkeit hat bis zur plötzlicher ohnmächtiger Wut und Verzweiflung (Form 2)

    Es ist äußerst selten, dass Schuldgefühle beim Partner entstehen. Partner, insbesondere Kinder, strengen sich oft sehr an im Versuch, Kontakt aufzunehmen, Vertrauen entgegenzubringen oder eine bestimmte Reaktion des Senders zu bekommen und werden wiederum enttäuscht oder irritiert. Sie retten sich dann ebenfalls in Irrelevanz oder verlassen das Haus, weil sie nichts für sich bekommen können (aus: Bosch 1977, S. 250 f.).

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