Sucht

Was ist Sucht?

Sucht ist ein unabweisbares Verlangen nach einem bestimmten Gefühls- oder Erlebniszustand. Das Ziel von süchtigem Verhalten ist entweder Lustgefühle herbeizuführen und/oder Unlustgefühle – wie Angst, Trauer, Wut – zu vermeiden. Süchtiges Verhalten ist gekennzeichnet durch Wiederholungszwang, Dosissteigerung, psychische oder physische Abhängigkeit und Entzugserscheinungen. (Nach: Landesstelle Berlin gegen die Suchtgefahren e.V.)

Sucht ist eine anerkannte Erkrankung, die gut behandelt werden kann. Je früher, desto erfolgreicher. Abhängigkeit entwickelt sich individuell unterschiedlich – oft schleichend über viele Jahre hinweg und von den Beteiligten zunächst unbemerkt. Dabei können durchaus schon früh Veränderungen beobachtet werden, die Kollegen und Vorgesetzte hellhörig machen sollten, zum Beispiel Stimmungsschwankungen, zunehmende Unzuverlässigkeit, deutlich nachlassende Arbeitsleistung, Rückzug und Isolation, Konzentrationsstörungen, Vernachlässigung anderer Interessen etc.

Formen der Sucht

Es gibt viele verschiedene Suchtphänomene. Vorrangiges Problem in der Gesellschaft ist die Alkoholsucht, gefolgt von der Abhängigkeit von Medikamenten, vor allem von Beruhigungs- und Schmerzmitteln. Eine zahlenmäßig geringere Bedeutung haben illegale Drogen wie Heroin, Kokain, Cannabis oder Ecstasy.
Weitere Formen der Süchte sind die der nicht stoffgebundenen, wie die Spiel- und Internetsucht oder auch Essstörungen, d.h. Magersucht oder Bulimie, wobei letztere aufgrund der Leistungsbereitschaft der Betroffenen nur selten zum Problem am Arbeitsplatz werden. Ähnliches gilt für ?Workaholics?, für Arbeitssüchtige.

Gefahren

Ein Suchtmittelmissbrauch oder süchtiges Verhalten kann durch körperliche und seelische Schädigungen zu einer Schwerbehinderung führen.
Der Betrieb leidet – unabhängig von der Suchtform – unter den negativen Auswirkungen einer Suchterkrankung, wie häufigen Krankenfehlzeiten, erhöhtem Unfallrisiko, schlechten Arbeitsleistungen, gestörtem Betriebsklima. Daher muss auf Seite des Unternehmens ein großes Interesse bestehen, Suchtprobleme frühzeitig aufzudecken und zu lösen.
Der Betrieb verfügt wie kein anderes Umfeld des suchtkranken Menschen über Mittel und Wege, die Betroffenen frühzeitig zu erreichen und einen Veränderungsdruck zu erzeugen, der vielen erst die notwendige Motivation gibt, sich ihrer Sucht zu stellen.

Umgang mit Sucht

Ein suchtkranker Mensch nimmt sein Problem zunächst nicht wahr, da das Suchtmittel oder das Suchtverhalten für ihn eine wichtige, unverzichtbare Hilfe ist, die er braucht um sein Leben zu bewältigen.
Er erlebt Ermahnungen und Hilfsangebote von außen als Bedrohung.
Erst wenn er selber sein Suchtproblem erkennt und der Leidensdruck einen kritischen Punkt erreicht hat, kann die Krankheit überwunden werden.

Daher muss dem Betroffenen zunächst geholfen werden, sein Problem zu erkennen.
Eine entscheidende Rolle spielen dabei die Vorgesetzten. Es ist an ihnen, den auffälligen Mitarbeiter frühzeitig auf die negativen Veränderungen anzusprechen, klare Forderungen zu stellen und auch Konsequenzen aufzuzeigen, wenn die getroffenen Vereinbarungen nicht eingehalten werden.

Es sollte dabei immer auf Hilfsangebote externer Stellen oder im Betrieb hingewiesen werden. In der Regel sind mehrere in ihrer Konsequenz abgestufte Gespräche über einen Zeitraum von einigen Wochen oder Monaten notwendig. Entscheidend ist, dass der Betrieb konsequent bleibt und notfalls die angedrohten Sanktionen – bis hin zu einer Kündigung – wahr macht. Dieses Vorgehen sollte eingebettet sein in das betriebliche Gesundheits- und Eingliederungsmanagement.

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