Absicht und Wirkung: Mitarbeiter meint – Chef versteht

Ulrich Grannemann – Die Kommunikation zwischen Mitarbeiter und Chef ist voll von Verzerrungen, Verallgemeinerungen und Tilgungen. Das führt regelmäßig zu Missverständnissen.

Hier die häufigsten Missverständnisse zwischen Mitarbeiter und Chef:

 

 
Absicht
des Mitarbeiters
 
 
Wirkung
beim Chef
Reden über Probleme
Mitarbeiter will über ein Problem einfach nur reden und auch zeigen, wie viele Probleme er zu lösen hat.
Chef hört: Ich als Chef soll was tun und du tust nichts oder kannst es nicht.

Dieses Missverständnis wird auch vielen Mann-Frau-Situationen zugeschrieben. Frau will nur reden, Mann hört: Ich soll was tun.

Reaktion auf kritisches Feedback
Mitarbeiter möchte das Problem kleiner machen (Bagatellisierung).
Mitarbeiter möchte sein Verhalten erklären, bestimmte Umstände haben dazu geführt und er möchte sich „entschulden“, besser dastehen (Rechtfertigung).

Häufiger und schwerwiegender Fehler. Der größere Teil sollte aus dem Blick in die Zukunft und den Veränderungen bestehen.

Chef versteht: Der Mitarbeiter nimmt mich und das Problem nicht ernst.
Beim Chef kommt an: Der Mitarbeiter möchte sein Verhalten nicht ändern, er nimmt das Feedback nicht an. Erklärung bedeutet Rechtfertigung und er wird beim nächsten Mal wieder genauso handeln. Chef hört nicht die Bereitschaft zur Veränderung des Verhaltens, damit sich der Fehler nicht wiederholt.
Fordern: Over-Demanding
Wenn ich etwas will (mehr Geld, andere Aufgaben usw.), muss ich das schon deutlich einfordern, sonst komme ich zu kurz. („Haben Sie sich schon für meine Beförderung eingesetzt?“)
Chef ist genervt und fühlt sich unter Druck gesetzt. Unter Druck hat man nur zwei Reaktionsmöglichkeiten, die beide negativ sind: Nachgeben oder Widerstehen. Eine freiwillige, sachliche Entscheidung ist nicht mehr möglich.
Aufgaben-Fortschritt
Die Aufgabe hängt. Das ist mir unangenehm. Vielleicht kann ich es verdrängen. Der Chef fragt nicht nach. Vielleicht ist es ihm nicht so wichtig. Wenn es ihm wichtig ist, wird er schon kommen.
Chef ist genervt, weil er selbst nachfragen muss. Auch wenn er sich vielleicht wirklich nicht an eine Aufgabe genau erinnern kann, dass aber irgendwas war, wird er nicht vergessen. Bei einer Nachfrage kommt schnell die Rechtfertigung (siehe oben). Für die nächste Aufgabe sucht er sich einen anderen Mitarbeiter.
Situation ist kritisch
Die Mitarbeiter der Mitarbeiter schlagen Alarm. Die direkten Mitarbeiter wollen die Situation nicht so schlimm erscheinen lassen und schwächen die Lage ab.
Chef versteht: Es ist alles in Ordnung. Es gibt – Gott sei Dank – nichts zu tun. Missstände werden nicht erkannt und aufbereitet.

Suche nach Anerkennung

Mitarbeiter erzählt stolz und weitschweifig, wie er eine bestimmte Aufgabe gelöst hat. Die implizite Botschaft lautet: „Lobe mich doch mal“.

Chef ist genervt, kostet ihn nur Zeit und gehört sowieso zu den Aufgaben des Mitarbeiters. Hört nur unkonzentriert zu und wimmelt den Mitarbeiter schnell ab.

Vergiftete Vorschläge
Mitarbeiter möchte dem Chef helfen und macht ihm Vorschläge oder Ideen zu dem, was er tun könnte (oder sollte).

 

Chef versteht: Der Mitarbeiter will mir sagen, dass ich meinen Job nicht getan habe. Der Chef fühlt sich unter Umständen angegriffen und unter Druck gesetzt. Reaktion: Abwiegelung oder Rechtfertigung.

Fallen Ihnen aus Ihrem Berufsleben auch Missverständnisse ein? Ich nehme sie gerne anonymisiert auf: Mail einfach formlos an: info@Leadion.de.

 

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