Erst allein, dann in der Gruppe – der beste Weg zu neuen Ideen.

Ulrich Grannemann Wer ist kreativer? Der Einzelkämpfer oder die Gruppe? Neue Studie zum Thema „Produktion von Lösungen und Ideen“.

Endlich mal wieder eine neue Studie zu Thema „Produktion von Lösungen und Ideen“. Eine Forschergruppe um N. Kohn von der Texas A&M University hat herausgefunden:
 
 
 
 
Geht es nach der Zahl der Ideen und der Originalität ist der Sieger eindeutig:
Der Einzelkämpfer
(16 bis 44 Prozent mehr Ideen).
 
 
Prof. Kohn nennt zwei plausible Gründe: Das soziale Faulenzen, das wir als T.E.A.M.-Syndrom („Toll ein anderer macht´s“) kennen und der Konformitätsdruck, der in der Gruppe entsteht. Die Gruppe ist gut, um vorhandene Ideen weiter zu entwickeln und an Ihnen zu feilen.
 
 
Erst allein, dann in der Gruppe
 
Die Empfehlung ist klar: Wir sollten erst dem Individuum Zeit geben, in sich zu gehen. Die Ideen sollten wir aufschreiben lassen, damit sie nicht verloren gehen. Post-It-Klebezettel tun es auch, wenn mal kein Moderations-Equipment zur Verfügung steht. Diese fünf bis zehn Minuten sind gut investiert. Jeder kommt zu Wort und Ideen werden nicht schon im Keim erstickt.
 
 
Die ideale Gruppengröße: Vier
 
Von der Gruppengröße ist im Zweifel die Vierergruppe die produktivste. In der Dreier-Gruppe wirkt sich der Hängematten-Effekt stark aus. In der Fünfer-Gruppe beginnen Revier-, Rang- und Bühnen-Effekte an der Produktivität zu nagen. Es kommt schnell zu „Intelligenz-Schlachten“. Je größer die Gruppe, umso notwendiger wird die Moderation eines „kognitiven Produktionsprozesses“.
 
Kohn hat noch einen Rat: Nicht zuviel Zeit lassen in der Gruppenphase. So manche Idee wurde so schon zerredet.
 
 
Ideenproduktion als Teil einer gelernten Kultur
 
Als Führungskräfte wollen wir einerseits, dass unsere Mitarbeiter stolz sind auf ihre Ideen. Durch kleine Verstärker motivieren wir sie zu weiteren Ideen. Andererseits brauchen wir Mitarbeiter, die nicht beleidigt sind, wenn ihre Idee keine Verwendung findet. So manche Führungskraft hat die Kreativität der Mitarbeiter wieder eingeschränkt, weil sie die Geister, die sie rief, nicht bändigen konnte. Es scheint überall da gut zu funktionieren, wo die Frage nach Ideen, das Sammeln und Auswerten immer und immer wieder angewandt wird. Es übt sich und wird wohl so zum Teil der Fähigkeiten eines Unternehmens oder Abteilung.

 

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