Vertrauen und Körpersprache

Warum vertrauen wir einer Person, einer anderen nicht? Was steckt körpersprachlich dahinter? Woran glauben wir die Vertrauenswürdigkeit eines Menschen erkennen zu können? Prof. DeStean von der Northeastern University ist es mit seinen Studenten gelungen, dieses bislang ungelöste Mysterium zu lüften.

Die Situation

Sie haben gerade einen Menschen kennengelernt. Bei einem beschleicht Sie ein mulmiges Bauchgefühl, während Sie einer anderen Person nach nur kurzem Besinnen persönliche Gegenstände anzuvertrauen würden.

Vier Signale, die Misstrauen auslösen

In den Kennlerngesprächen der Versuchsteilnehmer wurden die körpersprachlichen Signale genau aufgenommen und beobachtet. Danach wurde das Vertrauen daran gemessen an dem inwieweit die Partner bereit waren, dem Gesprächspartner in einem Spiel Geld anzuvertrauen.

Dabei fielen vier Signale auf, die offenbar Vertrauen zerstören:

  1. Das Berühren der eigenen Hände
  2. Das Berühren des eigenen Gesichtes
  3. Das Überkreuzen der Arme
  4. Das Zurücklehnen in Stuhl oder Sessel

Das vereinzelte Auftreten eines dieser Signale blieb ohne messbare Wirkung. Die Kombination dieser Signale jedoch hatte Misstrauen zur Folge. Und dies umso stärker, je häufiger die Kombinationen auftraten.

Statussignale und Vertrauenssignale

Auffällig ist, dass diese Signale auch beim Verhaltensinventar von Gleich-, Hoch- und Tiefstatus auftauchen – aber in verschiedenen, widersprüchlichen Botschaften. Während Berührungen vor allem des eigenen Gesichtes zu den Tief- (oder Offen-) Status-Signalen gehören, sind Zurücklehnen und Armekreuzen eher Hoch (oder Fest-) –Status-Signale. Unter Umständen ist es diese Inkongruenz, die Misstrauen auslöst.

Solche Signale können auch als einfache und unnötige Verhaltensgewohnheiten entstehen und als solche wieder entlernt werden.

Langfristige Faktoren für Vertrauen

Kommt eine Beziehung über den Primacy-Effekt (Prägung durch den ersten Eindruck) hinweg, werden die konkreten Erfahrungen, die wir mit Menschen machen, bedeutender. Liegen keine eigenen, direkten Erfahrungen vor, vertrauen wir auf die Erfahrungen derer, denen wir vertrauen. Also: was erzählen andere über uns? Welche Referenzen erhalten wir von anderen.

Einmal missbrauchtes Vertrauen wird gesellschaftliches schnell bestraft. Ein solcher Ruf eilt diesen Menschen schnell voraus und ist nur schwer wieder zu reparieren.

Unsere Aufgabe als Führungskräfte ist es, robuste, belastbare Beziehungen zu unseren Mitarbeitern und untereinander im Team zu befördern. Vertrauen ist das Schmiermittel, der See in dem unsere Arbeit und unsere Führung stattfinden. Ohne Vertrauen ist alles nichts.

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