Benchmarking

Ein fixer Punkt in der Landschaft wird in der Landvermessung mit dem Begriff Benchmark verbunden; das Benchmarking wäre also eine Art Orientierung an diesem Punkt. Im übertragenen Sinne bedeutet Benchmarking die Orientierung am Besten in einer definierten Kategorie, der Branche oder der gesamten Wirtschaft. Mit Hilfe dieses wettbewerbswirtschaftlichen Analyseinstruments wird die sog. Best Practice identifiziert: die besten Prozesse, Produkte, Methoden oder auch Strategien. Die so gewonnenen relativen Stärken- / Schwächenprofile einzelner Organisationseinheiten oder Gesamtorganisationen dienen als Grundlage zur Effizienzsteigerung und Qualitätsverbesserung. Der Fokus wird also von der Orientierung am Durchschnitt auf das Aufzeigen der ?Abstände? – den sog. Benchmarking Gaps – zum jeweils Besten verschoben.

Im Wesentlichen zielt die Benchmarking-Analyse auf Effizienzsteigerung und Qualitätsverbesserung, jeweils angepasst auf einen spezifischen raum-zeitlichen Geltungsbereich. Die seit Jahrzehnten bekannten Branchenvergleiche, die rein auf finanzielle Größen fokussierten, werden zu einem mehrdimensionalen Benchmarking-Ansatz erweitert. Schmidt definiert allgemein fünf Parameter, anhand derer ein Benchmarking charakterisiert und strukturiert werden kann:

  • die Messobjekte,
  • Messkriterien,
  • Vergleichspartner und
  • Messverfahren sowie
  • den Messzeitpunkt / -raum und ggf. die Erhebungshäufigkeit.

Der Umfang der einzelnen in die Vergleichsuntersuchung einbezogenen Parameter ist maßgeblich dafür, welche Mehrwerte ein teilnehmendes Unternehmen aus den Ergebnissen generieren kann. Die Frage, ob das Ziel des ?schnellen Lernens durch innovative Adaption? erreicht werden kann, ist demnach sowohl mit dem Design der Benchmarking-Studie verbunden als auch mit der Fähigkeit einer Organisation, durch schnelles und kontinuierliches Lernen Wettbewerbsvorteile zu erhalten und neu aufzubauen.
Die Ergebnisqualität und die Umsetzung daraus abgeleiteter Maßnahmen hängt auch von der Art des Benchmarkings ab: internes, externes mit Wettbewerbern oder mit branchenfremden Unternehmen.

Das interne Benchmarking kann zwischen einzelnen Abteilungen oder Unternehmensbereichen durchgeführt werden. Die allgemeine Forderung, Benchmarking als kontinuierlichen Prozess zur Qualitätsverbesserung zu begreifen , ist hier aufgrund des guten Zugangs zu Daten und dem Vorteil möglicher ähnlicher Strukturen von den drei Erscheinungsformen am Besten erfüllt. Der offensichtliche Nachteil ist jedoch die rein interne Sicht und ein damit potenziell niedrigeres Veränderungs- und Entwicklungspotenzial.

Das externe Benchmarking mit Wettbewerbern ist ein entscheidendes Instrument zur Bestimmung der eigenen Position im Wettbewerb. Die Transparenz von Prozessketten und Managementprozessen steigt und gleichzeitig wächst auch die Vergleichbarkeit der Aufgaben innerhalb einer Branche. Damit werden die Ergebnisse als Anreiz zur eigenen Entwicklung – hin zur Best Practice – besonders wertvoll.
Externes Benchmarking mit branchenfremden Unternehmen kann wichtige Impulse geben. Die Suche der Analysepartner, der Datenaustausch sowie die Übertragbarkeit der Ergebnisse sind zwar aufwendig, die Kommunikation wird sich jedoch wahrscheinlich durch die fehlende Konkurrenzsituation offener gestalten.

Die Benchmarking-Methode ist vom Ansatz her universell anwendbar, die Identifikation und Beseitigung von Leistungslücken ist in allen Funktionsbereichen jeder Organisationsform und Branche denkbar. Jedoch gibt es Grenzen, die den Erfolg der Best-Practice-Adaption und der kontinuierlichen Verbesserung beeinträchtigen können. Die Orientierung und Nachahmung kann zumindest mittel- bis langfristig dazu führen, eigene Innovationen zu vernachlässigen, womit die eigene Wettbewerbsposition geschwächt und die ursprüngliche Intention der Methode obsolet wird.
Durch eine gewisse Parallelität zum Taylorismus, also die Zerlegung erfolgreicher Ansätze der Vergleichsorganisationen in vergleichbare Zielvariablen, wird Benchmarking im Ergebnis als sicherer Weg verstanden, auch jede andere beliebige Organisation leistungsfähig zu machen.

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