Wie soll ich mich entscheiden?

Vom Dilemma zum Tetralemma zur Lösung

Roland Gruber – Sie stecken in einem Dilemma zwischen zwei möglichen Entscheidungen? Dann erhöhen Sie die Zahl der Lösungsalternativen. Paradoxerweise führt eine Zunahme der Alternativen zu einer Abnahme des Entscheidungsdrucks.

Wer kennt das nicht – Sie stecken in einer Entscheidungssituationen: Soll ich das Eine oder das Andere machen? Häufig führt dies dazu, dass das Denken immer nur um genau diese beiden Alternativen kreist und somit fixiert wird.

Das Tetralemma kann diese Erstarrung auflösen und auf eine höhere Ebene stellen. Es stellt eine Synthese von schematischem Denken und Querdenken auf höherer Ebene dar. Das folgende, beschriebene Vorgehen vergrößert systematisch die Zahl Ihrer Wahlmöglichkeiten und nimmt damit interessanterweise häufig den Druck aus dem Entscheidungsprozess.
 
Das Vorgehen:
Am Beispiel einer beruflichen Entscheidung: Soll ich in meiner bisherigen Position bleiben oder ein interessantes Stellenangebot annehmen?
Begeben Sie sich gedanklich in fünf verschiedene „innere Haltungen“:
 
 
Die Lösungen im Tetralemma 

 

 

1. DAS EINE
Wofür steht die eine Alternative? Machen Sie sich die Vor- und Nachteile dieser Alternative bewusst.
Am Beispiel: Sicherheit, kein Ortswechsel aber weniger Herausforderungen.
 
 
2. DAS ANDERE
Das Andere muss eine echte Alternative sein. Es genügt nicht zu sagen: „Will ich das Eine oder will ich es nicht?
Wofür steht die andere Alternative? Was sind die Vor- und Nachteile?
Am Beispiel: neue Herausforderungen, interessante Perspektiven (ungewiss), aber verbunden mit Umzug.
 
 
3. BEIDES
Klingt im ersten Moment verwirrend, weil aus einem „entweder – oder“ ein „sowohl – als auch“ wird. In der Praxis kann dies unterschiedliche Formen haben:
a) Kompromiss: beide Alternativen sind ein bisschen richtig
b) Kontextualisierung: manchmal ist das eine richtig, ein andermal das andere
c) Transfer: „Wie können die Vorteile des einen in das andere einfließen?“
d) Synergien: „Gibt es eine Synthese, die zu einem Konsens zwischen beiden Polen führen kann?“
Am Beispiel: Jetzt das Eine, das Andere in zwei Jahren oder „Wie kann ich meine jetzige Tätigkeit spannender gestalten?“ oder „Wie könnte eine dritte Alternative aussehen, die beides verbindet?“
 
 
KEINES VON BEIDEN
Möglicherweise betreffen die beiden bisherigen Alternativen nur einen bestimmten Ausschnitt meines Berufslebens. Vielleicht gibt es auch noch andere Gesichtspunkte, die mir wichtig sind.
Am Beispiel: „Welche anderen Tätigkeiten haben mir immer schon Spaß gemacht?“, „Wie wäre es mit Forschung und Lehre?“ oder „Raus in den Vertrieb?“.
 
 
ALL DIES NICHT!
Gehen Sie noch einmal einen gedanklichen Schritt weg vom Ursprungsdilemma. „Was will ich in meinem Leben noch anderes tun?“, „Welche anderen Dinge sind mir wichtig?“.
Am Beispiel: ganz aussteigen, Weltreise, Sabbatical, Erziehungsurlaub nehmen, mehr Zeit mit der Familie, mehr Zeit für Hobbys und Sport.
 
 
Wenn Sie bei dieser Vorgehensweise durch alle inneren Haltungen gegangen sind, ergeben sich häufig völlig neue und unerwartete Alternativen, die nicht selten eine Entscheidung vereinfachen und den Druck aus dem Entscheidungsprozess herausnehmen.
Dabei entsteht nicht zwangsläufig sofort eine endgültige Lösung, viel häufiger entsteht ein Nachdenken in veränderter Qualität, das in vielen Fällen (in der Regel innerhalb weniger Tage) Lösungen ermöglicht.
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