Führung des Chefs

Ulrich Grannemann – "Entschuldige, dass ich einen so langen Brief schreibe, für einen kurzen hatte ich keine Zeit." (Zitat wird Goethe zugeschrieben)

Wie sag ich es meinem Chef? Einer der häufigsten Fehler im Umgang mit dem Chef liegt darin, dass wir nicht die richtige Informationstiefe treffen. Wir fragen nach oben gerne zu allgemein und antworten gerne zu detailliert. Dadurch verpassen wir in beiden Fällen die richtige Ebene.
 

„Was hat denn nun Priorität?“, „Das kann ich nicht“, „Da haben wir ein Problem“, „Das ist einfach zu viel oder zu wenig“, „Wo stehe ich denn bei Ihnen?“
„Wir können doch nicht alles gleichzeitig tun“. „Dazu hatte ich keine Zeit.“
 
Nur einige Beispiele zu offenen Fragen oder zu allgemeinen Antworten. Das ist eine zuverlässige Art Ihren Chef sauer zu fahren. Auch wenn der Chef weiß, dass er die Fragen beantworten können müsste, sind sie doch überfordernd. Und nicht alle erkennen das und fordern die nötige Genauigkeit ein.
 
Zu allgemein:
Zu viel warme Luft. Nach dem Motto „Garbage in, garbage out“ kommt eine Killerphrase raus, wenn ich eine Phrase rein gebe.
 
 
 
Die zweite gern genommene Möglichkeit  sind Folien und Antworten mit zu hohem Detaillierungsgrad. Folien, mit einer enormen Informationsdichte, auf der kaum noch weiße Fläche zu entdecken ist. Die Absicht mag sein, zu zeigen, dass man sein Gebiet beherrscht oder dass man sehr fleißig war.
 
Im besten Fall ist der Chef nur genervt, weil es die Besprechung unnötig in die Länge zieht und die falschen Punkte fokussiert. Im schlechteren Fall fühlt er sich vorgeführt, da er auch folgende Botschaft empfangen könnte: „Ich habe Ahnung, Sie nicht!“
 
Zu detailliert:
Nach dem Motto: Kannst Du sie nicht überzeugen, verwirre sie!
 
 
 
Die Kunst besteht darin, beantwortbare Fragen und beherrschbare Antworten zu kreieren. Legen Sie zwei bis höchstens drei Alternativen vor. Geben Sie dazu eine Empfehlung. („Ich könnte mir vorstellen…“, „aus meiner Sicht bietet sich x an…“, „Lösung y hätte folgende Vorteile…“, „wir könnten evtl. Projekt z etwas nach hinten schieben und dadurch Kapazitäten gewinnen. Wären Sie damit einverstanden?“)
 
Klar gibt es Hindernisse und Probleme. Überlassen Sie die Lösung nicht allein dem Chef. Zwei Möglichkeiten sind schon mal ein Anfang. Chefs sind nicht dumm, aber auch sie lieben einfache, gehirngerechte am besten übersichtliche, gut lösbare Multiple-Choice-Fragen.
 
Das sind dann die Folien, die Sie im Foliensatz Ihres Chefs wieder finden (er hat in der Kommunikation nach oben nämlich das gleiche Problem). Wobei ein guter Chef noch darauf hinweist, dass die Folie von Ihnen ist.
 
 
 
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Je komplexer die Welt wird, umso entscheidender wird die Fähigkeit, Komplexität zu reduzieren, sie beherrschbar zu machen. Eine einfache Struktur wird als „schön“ empfunden, weil sie Sicherheit und Kontrolle bringt. Goethe lässt sagen: „Entschuldige, dass ich einen so langen Brief schreibe, für einen kurzen hatte ich keine Zeit.“
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