Nonverbale Kommunikation

Überblick

Welches ist die wichtigste Fähigkeit bei der Gesprächsführung?

Auf die Frage, welches die wichtigste oder zentrale Fähigkeit in der Kommunikation (und damit auch in der Führung) sei, kann man zu verschiedenen Antworten kommen. Die richtigen Fragen stellen, die Formulierungskunst, das Setzen des Rahmens, Struktur und Aufbau von Gesprächen, Einstellung und Menschbild.

Eine mögliche Antwort ist: die Wahrnehmungsfähigkeit

Da Kommunikation eine Kette von Interaktionen darstellt, ist die Wahrnehmung dessen, was auf der anderen Seite angekommen ist, von großer Bedeutung. Nicht die Absicht meiner Kommunikation ist entscheidend, sondern die Reaktion, die ich auf meine Kommunikation bekomme. Auch wenn uns die Reaktion unverständlich scheint. Hier ist die ?Realität?, oder besser die ?Landkarte? des anderen entscheidend.

Und da wir die ?Realität? des anderen und damit die Art unsere Worte und Gesten zu interpretieren (Dekodierungsprozess) nicht kennen, können wir nicht fehlerfrei kommunizieren.

Wir können nicht fehlerfrei kommunizieren

Da wir aber nicht fehlerfrei kommunizieren können, sind wir um so mehr darauf angewiesen wahrzunehmen was bei dem anderen ankommt, welche schwachen Signale und Abweichungen über Körper und Stimme transportiert werden. Diese Wahrnehmungsfähigkeit ist uns allen als Menschen gegeben. Dass dieser Wahrnehmungskanal teilweise verschüttet oder vernebelt ist, kann verschiedene Ursachen haben: Stress: Wir haben keine Zeit; Trance: wir sind zu sehr mit uns selbst beschäftigt, um wahrnehmen zu können; Ängste: Ich weiß nicht wie ich auf nonverbale Ablehnung reagieren soll oder ich bin auf die Zustimmung zu einem Ziel angewiesen, Einstellung: z.B. "Wahrnehmung ist Schwäche."

Kennzeichnend für die nonverbalen Kommunikationskanäle sind ihre Schnelligkeit und ihr hoher nicht bewusster Anteil. Bevor z.B. ein Einwand verbal formuliert werden kann, äußert er sich als unbewusste körperliche Reaktion.

Vier Wahrnehmungsdimensionen

So wie für die Physik vier Dimensionen genannt werden (Länge, Breite, Höhe und die Zeit) sind auch für die nonverbale Kommunikation und Führung vor allem vier Dimensionen von Bedeutung. Diese vier Dimensionen geben uns Hinweise oder beantworten uns folgende wichtige Fragen?

1. Wie gut verstehen wir uns?
2. Stimmt der andere zu oder nicht?
3. Welchen Status nehmen wir ein?
4. Wie gut geht es dem anderen?

Für jede dieser Wahrnehmungsdimensionen lassen sich Merkmale festmachen:

Zentrale Frage:
Wie gut ist die Kontaktqualität?
Stimmt die Wellenlänge, die ?Chemie??

Merkmale:
Ähnlichkeit in der Muskelspannung und damit Ähnlichkeit in der Körperhaltung und der Frequenz
(Takt der Bewegungen und Worte, Gleichklang in der Stimme)

Bemerkungen:
Stimmt der Kontakt nicht, liegt eine Störung vor. Ursache kann eine Verletzung oder eine Frage sein, die den anderen ganz in Anspruch nimmt.. (Metaaussage: ich kann oder will nicht mit Dir kommunizieren)

Zustimmung

Zentrale Frage:
Stimmt die andere Person zu, hat sie Einwände?
Wie viele und wie groß sind sie?
Lehnt die Person ab?

Merkmale:
Neben den sehr deutlichen Merkmalen wie Nicken oder Kopfschütteln, können Asymmetrien in der Körperhaltung oder Hin- und Her-Bewegungen Hinweise auf Einwände sein.

Bemerkungen:
Ziel des Mitarbeitergesprächs ist es, dass möglichst viele Informationen von beiden Partnern geteilt werden. Als Regel könnte aufgestellt werden: Erst wenn beide zustimmen, kann der nächste Schritt gegangen werden.
(Gehe nicht weiter, solange "Nein"-Signale sichtbar sind)

Status

Zentrale Frage:

Welchen Status nehmen wir ein? Hoch-, Gleich- oder Tiefstatus?
In der Kommunikation machen wir neben den Inhalten ständig auch eine Beziehungsaussage.

Merkmale:
Kopfhaltung (hoch; geneigt)
Tiefstatus: schnelle Kopfbewegungen, viele ?äh’s?, Unterbrecher oder Räuspern, angespannte Schultern, Blicke aus dem ?Augenwinkel?

Bemerkungen:
Viele Gesprächsstörungen sind verbunden mit einem zuviel an Hoch- oder Tiefstatus.
Rechtfertigung und Schuldschieberei aus dem Tiefstatus; Vorwort, Zurechtweisung, Abwertung aus dem Hochstatus. Gute Gespräche sind durch Gleichstatus und ein Hin und Her der Positionen geprägt (Wippe).

Zustand

Zentrale Frage:

In welchem Zustand ist der Gesprächspartner?
Wie geht es ihm?
Wie hoch ist das Selbstwertgefühl?

Merkmale:
Ist unser Selbstwertgefühl hoch, stehen uns viele Reccourcen und Wahlmöglichkeiten zur Verfügung. Merkmale sind daher hohe Flexibilität und Beweglichkeit.

Bemerkungen:
Neben den Zuständen wie Wut, Angst und Trauer, Versöhnung, Erlösung etc. ist im Gespräch vor allem das Selbstwertgefühl von Bedeutung. Es gibt und als Führungskräfte direkte Hinweise auf die Motivation.
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