Vernetztes Denken

Vernetzung.jpgMit der Technik des Vernetzten Denkens können komplexe Systeme untersucht werden.

Einige Erläuterungen:

Es gibt verschiedene Arten von Systemen:

1. Einfache Systeme:

Merkmale:

  • Wenige Einflussfaktoren existieren
  • Es ist überschaubar
  • Die Faktoren sind einfach verknüpft

Beispiel: Das Öffnen einer Tür: Wenige Einflussfaktoren und einfache Verknüpfung.

2. Komplizierte Systeme

Merkmale:
  • Viele Einflussfaktoren sind vorhanden
  • Es ist wenig überschaubar
  • Die Faktoren sind eindeutig und statisch verknüpft
  • Das System ist geschlossen, dh. es funktioniert unabhängig vom Umfeld immer gleich

Beispiel: Eine Maschine; dabei ist das Zusammenwirken der einzelnen Bauteile (Zahnräder) wenig überschaubar, aber, wenn man z.B. an einer Kurbel dreht, dann werden die einzelnen Räder unabhängig von der Umwelt immer gleich reagieren.

3. Komplexe Systeme

Merkmale:

  • Es existieren viele Einflussfaktoren
  • Das System ist wenig überschaubar
  • Die Faktoren sind mehrfach und dynamisch verknüpft
  • Die Faktoren wirken auf sich selbst: Es gibt Rückkopplungen (Feedback-Loops)
  • Das System ist offen; d.h. es steht in Wechselbeziehungen mit dem Umfeld

Beispiel: Systeme der Natur sind meist komplex. Darstellungen kom-plexer Systeme sind immer als ein Ausschnitt aus einem größeren Zusammenhang zu sehen, dh. es fehlen immer Verbindungen und Variablen

Vernetztes Denken, also der Umgang mit komplexen Systemen verlangt ein Umdenken:

Probleme sind objektiv und müssen nur noch klar formuliert werden, statt:

  • Jedes Problem ist eine direkte Konsequenz einer einzigen Ursache
  • Um eine Situation zu verstehen, genügt eine Photographie des Ist-Zustands
  • Verhalten ist prognostizierbar; notwendig ist nur eine ausreichende Informationsbasis
  • Problemsituationen lassen sich beherrschen, es ist lediglich eine Frage des Aufwands
  • Ein Macher kann jede Problemlösung in die Praxis umsetzen
  • Mit Einführung einer Problemlösung kann das Problem endgültig ad acta gelegt werden.
Jetzt:
  • Betrachte das Problem aus verschiedenen Perspektiven
  • Suche Kreisläufe und baue sie zu einem Netzwerk aus
  • Analysiere das zeitliche Verhalten der einzelnen Beziehungen
  • Entwickle Szenarien als Muster möglicher Zukünfte
  • Unterscheide steuerbare und nicht steuerbare Aspekte und greife bei mehreren direkten Steuergrößen ein
  • Beachte die Kräfte des Systems; Intensitäten
  • Verstehe die Problemlösung als kreisförmigen, iterativen Prozess.

 

Statt linearer Sichtweise (immer wenn, dann …)

Beispiel:

  • Aus Sicht des Kollegen A:
    “Der Kollege B ist nicht informiert -> Ich muss mich ärgern.”
  • Aus Sicht des Kollegen B:
    “Kollege A mag mich nicht -> Ich bekomme keine Informationen.”

… die vernetzte Sichtweise:

Hier werden im Netzwerk beide Sichtweisen berücksichtigt.

Zur Symbolik

Erlöse und Gewinn

Ein einfacher Pfeil heißt, die beiden Variablen sind positiv korreliert:

  • Wenn der Erlös steigt und alle anderen Variablen unverändert bleiben (ceteris paribus), dann steigt auch der Gewinn.
  • Wenn der Erlös sinkt und alle anderen Variablen unverändert bleiben, dann sinkt auch der Gewinn.

Kosten und Gewinn

  • Ein Pfeil mit einem Minuszeichen heißt, die beiden Variablen sind negativ korreliert:
  • Wenn die Kosten steigen, sinkt c.p. der Gewinn
  • Wenn die Kosten sinken, dann steigt c.p. der Gewinn.

 

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