Führung des eigenen Vorgesetzten. Das VOG – Vorbereitung auf das Vorgesetztengespräch

Wir sind als Führungskräfte auch immer Mitarbeiter. Wie verführe ich meine Vorgesetzten zur Führung (Führungsverführung also)? Wie verführe ich meine Chefin/Chef zu einem Feedback und einer Perspektive für meine Entwicklung?

So wie jeder Mitarbeiter anders ist, so ist auch jede Führungskraft anders. Und doch lassen sich ein paar Regeln und Orientierungen ableiten.
 




 

  1. Regel: Wenn einer meiner Mitarbeiter zu mir als Chef käme, was würde ich selbst gut finden, was würde ich befürchten? Versetzen Sie sich in seine Lage.

 

  1. Regel: Initiativen von Mitarbeitern sind eher selten. Vorgesetzte interpretieren sie schnell als Forderungen, die ihn unter Druck setzen können. Druck lässt zwei Reaktionen zu: Nachgeben oder Abweisen. Beide Reaktionen sind nicht gut. Vermeiden Sie Fragen, die Druck aufbauen könnten und fragen Sie nach den möglichen langfristigen Perspektiven (z.B. drei Jahre). Kürzere Schritte und Meilensteine ergeben sich automatisch.

 

  1. Regel: Suggerieren Sie Ihrem Chef nicht, dass er seinen Job nicht gemacht hat. Als Führungskräfte wissen wir selbst, dass die Entwicklung der Mitarbeiter eine der Führungshauptfunktionen ist. Auch wir würden uns ertappt und unangenehm berührt fühlen, wenn unser Mitarbeiter nach seiner Entwicklung fragt und wir keine Antwort hätten. Das heißt, geben Sie Ihrer Chefin/Chef Gelegenheit sich vorzubereiten, indem Sie ihr/ihm Ihre Fragen oder Gesprächspunkte ankündigen (Z.B.: „Ich würde gerne mit Ihnen ein Gespräch zu meinen langfristigen Perspektiven führen…, wo stehe ich bei Ihnen? Was kann ich besser machen?“)

 

  1. Regel: Machen Sie es Ihrer Chefin/Chef einfach eine Antwort zu finden. Eine gute Vorbereitung ist eine Aufgabeninventur mit den 10 bis 20 wichtigsten Aufgabenpaketen. Auf dieser Grundlage kann sehr leicht diskutieren werden, welche Aufgaben in einer Drei-Jahres-Perspektive größer, welche neu und welche verschwinden sollten. Auch Ihnen selbst wird unter Umständen noch deutlicher, welche Perspektiven Sie sich für sich wünschen und vorstellen.

 

  1. Regel: Ist die Richtung der Entwicklung erstmal klar, ist die Frage nach den möglichen ersten Schritten dorthin einfach. Hier kann es schnell zu den ersten Vereinbarungen und zu den ersten kleinen Schritten kommen. Ob wir die Ziele erreichen, ob von oben die richtigen Schritte eingeleitet werden, ist nicht sicher.

 




 

Erfolg ist das Zusammentreffen von Vorbereitung und Gelegenheit. Initiativen, wie die oben beschriebenen, sind zwar nicht hinreichende, aber notwendige Bedingungen für diese Vorbereitung.

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