Warum die Führungskraft fünf Arbeitsplätze braucht.

Arbeit braucht Arbeitsmanagement, Führung braucht Führungsmanagement.

Ulrich Grannemann – Wenn schon die „ganz normale“ Arbeit intelligente Formen der Organisation benötigt, dann braucht es die Führungs-Arbeit erst recht. Organisieren kommt von Organe bilden: das Trennen von Aufgaben und Tätigkeiten. Am besten ist es, wenn verschiedene Tätigkeiten verschiedenen Orten zugeordnet werden können (Zum Arbeitsmanagement: David Allen, Wie ich die Dinge geregelt kriege). 

 
Pläne auf der Hobelbank
 
Tiki Küstenmacher (Simplify your Life – den Arbeitsalltag gelassen meistern) provoziert mit folgendem Gedanken: Angenommen Sie wären Tischler, würden Sie Ihre Zeichnungen und Pläne auf die Hobelbank legen? Oder würden Sie die Gespräche mit Ihren Mitarbeitern an der laufenden Hobelbank führen? Nein? Genau das tun wir aber, wenn wir als Schreibtischarbeiter alles an einem Ort tun. Kein Wunder, wenn wir dann Wichtiges mit Unwichtigem vermischen.
 
 
Verschiedene Arbeiten = verschiedene Arbeitsplätze
 
 
Verschiedene Arbeitsplätze können verschiedene Sitzplätze oder gar Perspektiven in Ihrem Büro sein. Haben Sie zum Beispiel einen – wenn auch noch so kleinen – Besprechungstisch, dann haben Sie neben den Möglichkeiten, die der Schreibtisch bietet, gleich vier weitere Perspektiven, die jeweils bestimmten Tätigkeiten zugeordnet werden können. Das „Ankern“ von bestimmten Plätzen zu bestimmten Aktionen ist vielleicht die wirksamste Form Ordnung in Handlungen zu bringen und die Ordnung auch zu halten.
 
 
Welche Arbeitsplätze braucht die Führungskraft?
 
Zunächst bleiben wir in der Regel auch Sachbearbeiter und benötigen einen unseren Schreibtisch als Basis. Hinzu kommt ein Raum, in dem Besprechungen mit allen Mitarbeitern stattfinden.
 
Darüber hinaus bekommen wir aber auch eine ganze Reihe von Tätigkeiten hinzu, sobald wir Führungskraft werden. Viele Handlungen kommen von ganz allein. Sie brauchen nur zu reagieren. Organisiert werden müssen nur die Handlungen, die wichtig und gleichzeitig empfindlich sind.
 
Drei Führungs-Tätigkeiten, die besonders empfindlich und gleichzeitig wichtig sind.
 
Es handelt sich vorwiegend um drei Tätigkeiten, die besonders empfindlich gegenüber Vermischungen, Ablenkungen, Aufschieberitis und Unkonzentriertheiten sind: 
 
(1.) die planerischen, strategischen, sortierenden, analysierenden übergeordneten Tätigkeiten
(2.) die Gespräche mit den Mitarbeitern über Zufriedenheit, Motivation, Beziehung, Entwicklung und (3.) die Delegation von Aufgaben und Verantwortung, die Vereinbarung von Arbeitszielen und Arbeitspaketen.
 
 
 
Drei besondere Führungs-Arbeitsplätze
 
 „Überblicks-Fokus“
 
Übergeordnete, planerische Tätigkeiten, Termine mit sich selbst
 
 „Nur-Mitarbeiter-Fokus“
 
Gespräche, in denen es nicht um die Inhalte selbst geht, sondern über das „wie“.
„Ziel-Vereinbarungs-Fokus“
 
Gespräche die hohe Konzentration und Verbindlichkeit erfordern
Inhalte/Tätigkeiten
 
Führungsmandat
Job-Design, Job Assignment
Abteilungsauftrag/-mandat
A.V.E. Auftrag, Verantwortung, Entscheidungskompetenzen
Business Mission
 
Erstellung der
Systeme zur Abbildung des Bereiches:
Prozesse und Prozesslandkarte
Abteilungs-Übersichten
Aufgabeninventuren, -portfolios
Priorisierungen
 
Controlling, Visualisierung der wichtigsten Kennzahlen und Leistungsdaten
 
Szenarien, Strategien, Effektivitäts- und Effizienzsteigerungen,
 
Die Werkzeuge für Ihr Führungsmanagement sollten eine besondere Kladde oder Ordner bekommen
 
Inhalte/Tätigkeiten
 
Die Qualität der Zusammenarbeit und Beziehung, Arbeitzufriedenheit und Motivation, Entwicklung der Kompetenzen und Fähigkeiten
 
Anlassabhängige konstituierende Gespräche
Jahresgespräche
Zwischen-, „TÜV“- oder Quartalsgespräche
 
Mitarbeiter werden zu oft nur durch die Brille der Aufgaben und Projekte gesehen.
 
Es sollte einen „Ort“ geben, an dem nur der Mitarbeiter selbst in der vollen Aufmerksamkeit steht.
 
Inhalte/Tätigkeiten
 
Delegation und Vereinbarung von
Aufträgen, Projekten, Routineaufgaben, und Kennzahlen
 
Detailklärungen über Zielerkennungsphänomene, Hintergründe, Budgets, Zeitbudget, Regeln, Ausnahmeregelungen etc.
 
Gerade diese Inhalte sind empfindlich und sollten möglichst von den anderen Arbeitsgesprächen getrennt werden: Absprachen, Ideen, Möglichkeiten, Info-Austausch, Info-Nachfragen. Mitarbeiter können nicht unterscheiden, ob Chef laut nachdenkt oder ob er gerade einen Auftrag erteilt.

 
Möglichkeiten:
Wandflächen für die Übersichten (Pinwände/Flipcharts) Sideboards
2 bis 3 Regalböden
 
 

 
Möglichkeiten:
Extra-Büro oder Raum
mit bestimmter Konstellation und verschiedenen Perspektiven am Tisch

 
Möglichkeiten:
Wenn es irgendwie geht, nicht am Schreibtisch,
Extra-Tisch im Raum
 
 
 
 
Der Terminkalender einer Führungskraft 

 
Was für den Arbeitsplatz gilt, gilt auch für den Terminkalender der Führungskraft!
Auch der Terminkalender verändert sich. Der Anteil der Meetings nimmt automatisch zu.
Termine mit sich selbst und die Termine mit den Mitarbeitern, die nicht aufgabengetrieben sind, kommen nicht von allein in den Kalender, sondern müssen aktiv und mit hoher Verbindlichkeit geplant werden.
 
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