Trends in der Führung

Kooperative Führung oder Teamorientierung – solche Schlagworte nehmen an Bedeutung ab


Ulrich Grannemann –
  Die Schwerpunkte der Führung verändern sich. Waren kooperative Führung und Teamorientierung untrennbar mit dem Begriff der Führung verbunden, verlieren sie nun zunehmend an Bedeutung. Ergebnis- und Mitarbeiterorientierung sind jetzt angesagt.

 
Die Daten einer Befragung von Führungskräften des mittleren Managements aus den Jahren 1998, 2003 und 2008 (durchgeführt vom Lehrstuhl für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre an der Universität Hamburg von Frau Prof. Dr. Sonja Bischoff) zeigen deutliche Trends auf:
 
  • Von abnehmender Bedeutung in der Führung sind nach Meinung der befragten Führungskräfte die Kooperative Führung und die Teamorientierung.
  • Von zunehmender Wichtigkeit wurden die Ergebnisorientierung, die Mitarbeiterorientierung und die Rolle der Persönlichkeit eingestuft.
 

Die Ergebnisse zur Frage nach der Bedeutung für die Führung:
(X Prozent der Führungskräfte halten für wichtig …)  
 
 

Persönlichkeit


Persönlichkeit fällt vom Höhepunkt 34% im Jahre 2003 auf 28% in 2008.

 

 

 

 

Mitarbeiter­orientierung


Mitarbeiterorientierung 
verdoppelte sich, von 18% in 1998 auf 36% in 2008.

Ergebnis­orientierung


Ergebnisorientierung steigt auf 32%, aber mit erheblichen Unterschieden bei den Geschlechtern.

Team­orientierung

 

Teaorientierung sinkt, von 35% in 1998 auf 9% in 2008.

Kooperative Führung

 

Kooperative Führung verliert bei beiden Geschlechtern; bei Männern von 41% auf 21%, bei Frauen ebenfalls um die Hälfte.

Kommunikative Fähigkeiten


Kommunikative Fähigkeiten werden nach 2003 mit 12% wieder wichtiger und erreichen 2008 den etwa gleichen Stand wie 1998 mit 24%.

 

 

Kooperative Führung
 
Der Abfall bei den Punkten „kooperativen Führung“ und „Teamorientierung“ kommt nicht überraschend. Kooperative Führung ist auf der Ebene eines Schlagwortes verblieben. Jeder konnte darunter etwas völlig anderes verstehen. Außerdem geht der Gedanke an der Praxis vorbei, dass sich alles kooperativ lösen lässt. Zum Beispiel muss in Druckzeiten schneller entschieden werden. So sinkt der Anteil der Führungskräfte, die sich grundsätzlich zum kooperativen Führungsstil bekennen, von 86 über 71 bis hin zu 39 Prozent. Dagegen steigt der situative Ansatz von 25 über 39 auf 60 Prozent.
 
Teamorientierung
 
Die Teamorientierung bleibt, aber nimmt in der Bedeutung des Alles-Lösers mit Recht ab. Die Teamorientierung wurde gerne genutzt, Entscheidungen und Führungsaufgaben einfach ans Team zu delegieren. Auch wenn die Teamorientierung an Bedeutung verloren hat, bleibt die Führungsaufgabe gute Rahmenbedingungen für Teams zu schaffen, damit diese gut kooperieren und leisten können, bestehen.
 
 
Persönlichkeit, Ergebnis- und Mitarbeiterorientierung
 
Diese sind die drei Gewinner der Studie. Bemerkenswert ist der eklatante Unterschied zwischen den Geschlechtern bei der „Ergebnisorientierung“.
 

Auch wenn diese drei „Gewinner“ eher allgemeine und noch zu konkretisierende Begriffe sind, beschreiben sie doch die Kernaufgaben von Führung und zeigen die Abkehr von einzelnen Führungsstilen (Kooperativer Führungsstil) und Organisationsformen (Team).

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