Warum wir Leitwölfe brauchen. Wie viel Leitwolf steckt in Ihnen?

Roland Gruber – Fußballtrainer suchen nach ihnen, offenbar funktionieren Mannschaften ohne sie schlechter, und in Teams bilden sie sich manchmal heraus, die Alphatiere. Sie sitzen auf dem erhöhten Platz und beißen alles weg, was ihren Status bedrohen könnte. Soweit die gängige Meinung und leider auch das Vorbild mancher Führungskräfte.

Ist dies wirklich ein Modell erfolgreicher Führung? Es lohnt doch, sich den echten (tierischen) Leitwolf etwas genauer anzuschauen (Quelle: Interview mit Irina Schefer in Brand Eins 08/10).
 
Die meisten Informationen hat man natürlich – aufgrund der besseren Beobachtbarkeit – über Wolfsrudel in Wildgehegen, was als Analogie ja wohl auch eher einem Unternehmen entsprechen wird.
 
Wie wird man Leitwolf?
Die Rangfolge wird tatsächlich etwa einmal im Jahr ausgekämpft. Dabei setzt sich in der Regel aber nicht das größte und stärkste Tier durch, sondern das Männchen und Weibchen mit der höchsten sozialen und emotionalen Intelligenz. Unter diesen Alphatieren sortieren sich, wie auch in menschlichen Gruppen, die Betas, Gammas und gelegentlich die Omega-Tiere. (Informelle Teamstrukturen)
 
Kommunikation
Leitwölfe kommunizieren sehr klar und differenziert. Feedback z.B. bei Regelverletzungen kann vom leisen Knurren bis zum kräftigen Biss ins Ohr reichen. Bei Konflikten reagieren sie schnell und deutlich. Ist der Konflikt beendet, wird er sofort „vergessen“. Es gibt keine Rabattmarken, kein Nachkarten. So etwas wie Rache existiert in der Wolfswelt nicht.
Der Leitwolf ist fürsorglich: Er ist viel unterwegs, um sich zu vergewissern, dass mit den Teammitgliedern alles in Ordnung ist.
 
Nachwuchsförderung
Erstaunliches leisten die Leitwölfe im Umgang mit unerfahrenen Jungtieren. Der Leitwolf wird das vielleicht übermotivierte Jungtier nicht daran hindern, zu früh loszurennen und damit vielleicht die potentielle Beute zu verjagen. Er wird zulassen, dass der Jungwolf seine eigenen Erfahrungen macht – auch auf die Gefahr hin, dass es dann eben mal kein Abendessen gibt.
Der Nachwuchs hat viele (Entscheidungs-) Spielräume. Wenn ein Tier davon mal überfordert sein sollte, wird der Leitwolf versuchen es in die richtige Richtung zu schubsen.
Nur wenn Gefahr droht, reißt der Leitwolf die Führung an sich. Dann allerdings unmissverständlich.
 
Motivation
Wölfe müssen nicht motiviert werden. Jagen ist Teil des genetischen Codes. Interessant ist aber, dass Leitwölfe niemals etwas Demotivierendes tun werden. Selbst die berüchtigten „Unterwerfungsgesten“ (auf dem Rücken liegen und den ungeschützten Hals zeigen), dienen einzig und allein dem Aufrechterhalten der Rangordnung und dem Funktionieren des Rudels. Der Leitwolf würde so etwas niemals aus Eitelkeit oder zur Stärkung seines Selbstwerts tun.
 
Verantwortung
Der Leitwolf fühlt sich für das Überleben des Rudels verantwortlich. Seine volle Loyalität gilt dem Rudel und er wird diese Loyalität von allen Mitgliedern einfordern. Er setzt den Rahmen, achtet auf die Einhaltung der Regeln und sorgt dafür, dass die Beziehungen stimmen.
 
 
Man muss sicherlich aufpassen, Analogien aus dem Tierreich nicht zu über zu strapazieren. Obwohl hier immer von dem Leitwolf die Rede war, wird ein Wolfsrudel tatsächlich immer von einem Paar (Männchen und Weibchen) gleichberechtigt geführt, was sicherlich so nicht übertragbar ist (obwohl der Gedanke auch seinen Reiz hat).
Trotzdem ist ein Wolfsrudel ein Erfolgsmodell in einem oft schwierigen und feindlichen Umfeld.

Wie gut sind Sie als Leitwolf?

Sie sind interessiert an weiteren Themen rund um das Thema Führung? Wir bieten individuelle Programme für Führungskräfte und Inhouse-Programme für Unternehmen. Außerdem halten wir Vorträge rund um das Thema Führung und trainieren Trainer für das Leadion-Modell.
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