Schützen Sie Ihr Team!

Ulrich Grannemann – Wo stehe ich als Vorgesetzter, wenn der kalte Wind durchs Unternehmen pfeift? Vor meinen Leuten? Oder ducke ich mich dahinter weg?

Stress und Störungen von außen beeinflussen Leistung und Kommunikation erheblich. Einmischungen, herbe Kritik, Bypässe, Intrigen, Ressourcen-Klau oder Weitergabe des Drucks von oben können Teamleistungen stark beeinflussen. Der Vorgesetzte schafft den Raum und die Rahmenbedingungen damit seine Leute leisten können.
Wie können wir als Führungskräfte unseren Mitarbeitern den Rücken freihalten? Robert I. Sutton (Buch: Der Arschloch-Faktor) hat da ein paar Ideen:
 
1. Abwehr herber Kritik
Nicht jede Kritik ist gerechtfertigt. Der Kunde hat nicht immer Recht. Ein Führungsfehler ist,  Kritik einfach durchzureichen, am besten in dem man noch den eigenen Ärger über den Ärger oben drauf packt. Springen, wenn der eigene Chef oder der  (interne oder externe) Kunde zuckt, ist das Gegenteil von Souveränität und Führung. Beschwerden und Kritik werden nicht selten von entsprechender hysterischer Energie begleitet. Es ist manchmal schwierig, sich davon nicht anstecken zu lassen. Wir müssen mit genauer Prüfung und Deeskalation reagieren, aber nicht mit der gleichen Hysterie. Auch der in Ihren Augen honorigste Kritiker kann sich das erste Mal irren. Wie sagte ein Chefarzt einer Universitätsklinik: „ Meine Aufgabe ist es, den Schirm aufzuspannen, wenn es Scheiße regnet. Eure Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, dass ich den Schirm nicht so oft aufspannen muss“. (vgl. Jetzt-Reichts-Entscheidungen)
2. Störungen durch uns selbst
Mit uns selbst können wir gleich anfangen: Uns nicht für so wichtig halten, nicht immer zeigen müssen, wie hart wir arbeiten, indem wir zu spät kommen, schriftliche wie mündliche Kommunikation auf Rumpfformen beschneiden und abkürzen, nach dem Motto: „für Höflichkeiten habe ich keine Zeit.“ Und richtig viele Frusthormone können wir durch das Aufhalten oder Umwerfen von Entscheidungen ins Team bringen. Egal ob das Motiv im fachlichen Besser-Wisser-Imponiergehabe, oder in der Feigheit nach außen liegt.
 
3. Info- und Aufgabenflut
„Manager sind Personen, die Besucher empfangen, damit die anderen ungestört arbeiten können“ zitiert der kanadische Management-Professor Henry Mintzberg einen Kollegen. Manche Aufgaben brauchen einfach ein Minimum an Konzentration. Haben unsere Mitarbeiter diese Räume? Oder werden sie zerhackt durch jede Mail, die reinkommt, jedes Telefonklingeln oder auch die Flut kleiner Aufgaben, die mal schnell auf alle Köpfe verteilt werden.
 
4. Abwehr der idiotischen Projekte von oben
Ein Unternehmen ist ein Markt von Ideen, Prozessen und Projekten. Auch von schlechten. Das Spiel der Kräfte entscheidet über Energieströme, über die Zukunft des Unternehmens. Trotzig ignorieren, sich mit an die Spitze setzen oder so tun als ob? Die Geschichten und Legenden reichen von den am Ende ausgezeichneten Befehlsverweigerern bis zu den „Flaschenzügen“ (Eine Flasche zieht die nächste mit sich hoch). Einfache Regeln im Surfen durch die Wellen, die durchs Unternehmen ziehen, gibt es nicht.
 
5.  Abwehr durch boshaften Gehorsam
Boshafter Gehorsam bedeutet, die idiotischen Anweisungen von oben so buchstabengetreu zu befolgen, dass sie schief gehen müssen. Riskantes Manöver. Das Scheitern eines Projektes kann in der Tat der letzte Stein in der Abwahl eines Managers sein.

6. Halten Sie den Kopf hin
Stehen wir vor, neben oder hinter unseren Mitarbeitern, wenn es darauf ankommt? Wenn Sie einen „Feind“ in Ihrem Unternehmen haben sollten: auf wen wird ein geschickter Mikropolitiker schießen? Auf Sie? Nein, auf Ihre internen und externen Mitarbeiter. Der Side-Step und das Zeigen auf den Mitarbeiter wenn es Kritik hagelt, ist auch ein Side-Step in der Karriere. Alter Spruch: Die Fehler meiner Mitarbeiter sind meine Fehler.

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