Vier Phasen des Lernens

Lernen ist das einzige Universum, das uns allen wirklich offen steht.

Albert Bandura hat mit seinen Kollegen  Ross und Ross 1963 ein einfaches wie plausibles Lernphasenmodell vor. Es macht deutlich, das Lernen weit mehr ist als Hören, Lesen oder Üben aus Schule, Studium oder Seminar ist.
Es unterscheidet vier Phasen:
  1. Unbewusste Inkompetenz (Ich weiß nicht, dass ich etwas nicht weiß oder kann)
  2. Bewusste Inkompetenz (Mir wird bewusst, dass ich etwas nicht kann)
  3. Bewusste Kompetenz ( Ich weiß, dass ich etwas kann)
  4. Unbewusste Kompetenz ( Ich mache etwas automatisch)
Übersicht und Übergänge zwischen den Phasen:

Sehr viele Lernprozesse gehen so durch unser Bewusstsein. Können Sie sich noch an Ihre Fahrschule erinnern? Schauen Sie heute noch bewusst in den Spiegeln? Sind Ihnen die vielen Prozesse bewusst, die jetzt gerade beim Lesen dieser Zeilen ablaufen?

Das Modell macht deutlich, dass der eigentliche Schatz der Übergang von der unbewussten zur bewussten Inkompetenz ist. Den Schlüssel zu Wachstum und Entwicklung, der „Lottogewinn“ haben die Menschen in der Hand, die sich trauen uns die Wahrheit zu sagen.
Auch wenn der Übergang, die Kritik und die Phase der bewussten Inkompetenz eher unangenehm scheinen, ist es der Start, der Beginn von Lernen und Entwicklung.
Drei Dinge brauchen wir dazu:
1.     Ruht Ihr Selbstwertgefühl auf den Fähigkeiten, die Sie haben? Dann ist jede Kritik ein Angriff auf Ihre Person, die abgewehrt, ignoriert, abgewertet oder verdrängt werden muss. Unser Selbstgefühl sollte darauf ruhen, dass wir lernfähig, lernbegierig und neugierig sind.
2.     Sie brauchen Menschen, die Ihnen die Wahrheit sagen. Die sich die Mühe geben, sich Gedanken über Sie zu machen und bereit sind diese zu sagen. Wen könnten Sie auffordern? Wen könnten Sie z.B. fragen: „Wenn es was zu lernen gäbe für mich, was könnte das sein?“
3.     Jedes Feedback ist die Wahrnehmung und Bewertung des anderen gefiltert, verzerrt und teilweise getilgt. Aber in jedem Feedback steckt der Samen, den man wachsen lassen kann. Feedback sind Samen, keine Früchte, sie sind Rohdiamanten, keine Brillanten.
Aber nicht alle Lernprozesse laufen durch unseren Arbeitsspeicher. Vieles schauen wir uns ab, vieles lernen wir durch das Modell/Vorbild durch einfaches abschauen und nachmachen. Wir wandern also direkt von der unbewussten Inkompetenz zur unbewussten Kompetenz.
Schon Konfuzius nannte drei Wege zu Lernen:
Der Mensch hat dreierlei Wege, klug zu handeln; erstens durch Nachdenken, das ist das Edelste, zweitens durch Nachahmen, das ist die Eleganteste, und drittens durch Erfahrung, das ist das Schmerzhafteste. (Konfuzius, chinesischer Philosoph und Staatsmann (551 v. Chr. – 479 v. Chr.)
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