Das Missing Link im Führungsmanagement

Ulrich Grannemann – Führung ist Interaktion: Als Führungskraft bekomme ich Informationen darüber, wie es bei Aufgaben oder Mitarbeitern läuft und wo es hakt. Und ich bekomme Informationen über das „worauf es ankommt“ oder  was sich eventuell verändert. 

Wir treffen unsere Mitarbeiter fast täglich, häufig jedoch ohne wirklichen Austausch. Das große Mitarbeitergespräch findet dann ein Mal pro Jahr statt. Dabei stellen Zwischen-, Quartals- oder Monatsgespräch mit meinen direkten Mitarbeitern in der Führungs-Interaktion ein sehr wichtiges oder vielleicht sogar das wichtigste Feld dar. 

 

 
 
  
 
Warum Zwischengespräche führen?
 
Weil das Zwischengespräch gleich drei riesige Lücken füllt:
 
  1. Es wird zu wenig über Arbeit, das heißt über Perspektiven, Verschiebungen in den Prioritäten und Erwartungen, Konflikte, Motivation usw. gesprochen.

    Dagegen kommen die Meetings und Besprechungen zu den Inhalten, Lösungen und Entscheidungen der Aufgaben und Projekte in der Regel noch ganz gut weg.
     

  2. Es wird zu wenig unter vier Augen miteinander gesprochen.
     
  3. Unter vier Augen werden die „heiklen“ Punkte, Vertrauliches, persönliche Einschätzungen und Meinungen leichter angesprochen
     
  4. Es klafft häufig eine riesige zeitliche Lücke zwischen dem Jahresgespräch und den täglichen Begegnungen und wöchentlichen Meetings.
 
Das Zwischengespräch bildet das Verbindungglied, die Brücke zwischen Jahresgespräch und der täglichen Arbeit. Fehlt dieser Link, wird das Jahresgespräch zu einer Insel ohne Bedeutung für das wirkliche Arbeitsleben.
 
 
Übersicht: Zwischen den Gipfeln der Jahresgespräche und den Standardterminen klafft eine Lücke.
 
 
 
 
Aufgabenorientiertes und mitarbeiterspezifisches Gespräch
 
Es kann sogar Sinn machen zwei Vier-Augen-Zwischentermine zu machen: Ein aufgabenorientiertes und ein mitarbeiterzentriertes Zwischengespräch.
 
  1. Aufgabenorientiert: Stand der drei bis fünf wichtigsten Aufgaben. Veränderungen, Verschiebungen in den Prioritäten.
     
  2. Mitarbeiterzentriert: Austausch über Qualität der Kooperation/Kommunikation, Arbeitszufriedenheit/Motivation und Stand der im Jahresgespräch vereinbarten Stärkenziele.
 
Die mitarbeiterzentrierten Gespräche sind vielleicht sogar die wichtigeren Gespräche zwischen Mitarbeiter und Chef. Störungen können (früh) behoben, Korrekturen eingeleitet und die richtigen Impulse gesetzt werden.

 

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