Führung im Teilzeitjob – eine Alternative zum Dauerstress?

Michael Schmidt – Führung in Teilzeit? Ist das – auch für Männer – möglich? Oder bedeutet es das Ende aller Karrierepläne und ein Image als antriebsarmer Faulpelz?

Eine ungeschriebene Regel in vielen deutschen Unternehmen lautet: Man(n) muss voll da sein! Andere (gelebte) Glaubenssätze könnten in etwas so lauten:
  • Teilzeit ist was für Frauen!
  • Teilzeit bremst bzw. behindert die Karriere!
  • Wer Teilzeit beantragt, wird je nach Alter als Frühpensionär oder als ehrgeizschwach angesehen!
·         Für viele Frauen hat sich das leider als durchaus real herausgestellt, wenn sie zugunsten ihrer Kinder ihre Arbeitszeit reduziert haben und anschließend Schwierigkeiten hatten, Karriere zu machen. Versuchen Männer es deshalb vielleicht erst gar nicht? Jedenfalls bewegt sich die Anzahl der Manager mit reduzierter Arbeitszeit bei den börsennotierten Unternehmen im sehr niedrigen einstelligen Prozentbereich, und auch das sind dann fast ausschließlich Frauen.
Dabei interessieren sich 80 % der männlichen Manager laut einer Studie der Unternehmensberatung Bain & Company für Teilzeitmodelle, doch kaum einer setzt diesen Wunsch in die Praxis um. Selbst wenn die Unternehmen Teilzeitmodelle anbieten, nehmen zwar 15 % der Frauen, aber nur etwa 1 % der Männer das Angebot an.
Laut einer Studie des Wissenschaftszentrums Berlin von 2013 wird in Zukunft der Bedarf an Teilzeitstellen sowohl generell als auch speziell für Männer steigen. Viele von ihnen sind mit hochqualifizierten Frauen verheiratet, die sich mit ihren Männern Arbeit und Kinderbetreuung teilen möchten, um z. B. nach der Geburt des Kindes schnell wieder in den Beruf einstiegen zu können. Diese Frauen haben oft lange studiert und spät ihre Kinder bekommen. Das heißt, dass die Zeiträume zum Kinderkriegen und Karriere machen zusammenfallen, in die kurze Periode zwischen 30 und 40 Jahren, und das bekommt man oft nur hin, wenn man beruflich kürzer tritt.
Die Rahmenbedingungen für Teilzeitarbeit als Führungskraft sind vorhanden: Es gibt ein Teilzeitgesetz, manche Unternehmen bieten sogar eigene Teilzeitmodelle für Führungskräfte an, es gibt einen großen Wunsch ebenso wie einen wachsenden Bedarf. Und trotzdem gibt es nur sehr wenige Männer, die diese Angebote annehmen. Ist das also unmännlich?
In den Niederlanden sieht man das anders. Dort arbeiten insgesamt 12 % der Führungskräfte in Freizeit, davon sind 4 % Männer. Zwar herrscht auch dort die Befürchtung vor, als unambitioniert zu gelten, aber immer mehr Männer trauen sich offensichtlich, dieses Vorurteil zu widerlegen. Auch in Deutschland gibt es bereits Beispiele, die zeigen, dass Karriere und Teilzeit auch für Männer – wenn die Unternehmen das unterstützen – kein Widerspruch sein müssen. So könnte auch der Frauenanteil in Spitzenpositionen erhöht werden, zumal wenn die männlichen Führungskräfte in den Unternehmen mit gutem Beispiel vorangehen.
Und, was meinen Sie? Wie würde es in Ihrem Unternehmen und bei Ihrem Vorgesetzen ankommen, wenn Sie als Führungskraft Teilzeit arbeiten wollten, speziell wenn Sie ein Mann sind? Wäre das eine Alternative und eine Entlastung für Sie, um Familie und Beruf besser vereinbaren zu können? Und wäre es – jenseits aller Glaubenssätze – sinnvoll und machbar? Die passenden Leadion-Führungsinstrumente und -methoden, mit denen Sie in kürzerer Arbeitszeit ihre Führungsaufgaben trotzdem gut erledigen bzw. an andere zu delegieren können, sind jedenfalls auch schon vorhanden

 

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