Ausgeschlafene Führungskräfte sind besser – Schlafmangel führt zu „besoffenen“ Entscheidungen.

Roland Gruber – Eine Führungskraft klagt gegenüber einem Kollegen über seine Einschlafstörungen. Der Kollege: „also ich mache es ganz einfach: ich lege mich ins Bett, zähle bis drei und dann schlafe ich ein“. „Also das glaube ich Dir nicht, wie soll das denn gehen?“ „Ja gut, manchmal zähle ich auch bis halb vier…“ 

Das Institut für Demoskopie in Allensbach hat über 500 Führungskräfte aus Wirtschaft, Verwaltung und Politik zu Ihren Schlafgewohnheiten befragt. Jede fünfte Führungskraft gab an, nur maximal fünf Stunden pro Nacht zu schlafen. Mehr als die Hälfte der Vorgesetzten ist der Meinung, dass jemand, der großen Wert auf ausreichenden Schlaf legt, wenig Chancen hat, Vorgesetzter zu werden. Und wiederum mehr als die Hälfte der Befragten erinnert sich an mindestens eine Verhandlung, deren Ergebnis durch Müdigkeit der Teilnehmer stark beeinflusst wurde.
 
Eine Nachtruhe von weniger als sechs Stunden erhöht – nach Aussage mehrerer Studien – nicht nur das Risiko, an Übergewicht, Diabetes und Herz-Kreislauf-Problemen zu erkranken, sie führt auch zu einer Verminderung der Gedächtnisleistung um etwa 20 Prozent. Und viel schlimmer noch: die Entscheidungsfähigkeit sinkt um 50 Prozent.
 
„Wer zu wenig schläft, handelt wie ein Betrunkener“ sagt der Harvard-Professor Charles Czeisler. Wer nur 4 Stunden pro Nacht schläft, hat in etwa die Leistungsfähigkeit eines Menschen mit einem Blutalkoholwert von 1 Promille. Nicht berücksichtigt dabei sind die sozialen Schäden, die durch erhöhte Reizbarkeit, Ungeduld und stressbedingte „Ausfälligkeiten“ entstehen.
 
Frauen leiden häufiger unter Schlafstörungen (63 Prozent) als Männer. Und auch das Alter spielt eine Rolle: Menschen über 45 Jahre haben mit 65 Prozent eine hohe Quote. Dabei gab laut IfD Allensbach auch jeder Zweite an zu wissen, dass er zu wenig Schlaf bekommt.
 
Kaffee hilft zwar, macht wach und erhöht auch nachweislich die Gedächtnisleistung, wirkt aber in großen Mengen auch schädlich auf das Herz-Kreislauf-System und den Magen und kann sogar Halluzinationen hervorrufen.
 
Der amerikanische Psychiater Dr. Milton Erickson hatte für Patienten mit Einschlafstörungen eine einfache Methode. Zuerst mussten die Patienten zusagen, dass sie seine „Verschreibung“ (ohne sie zu kennen) auf jeden Fall umsetzen würden (commitment und Prüfung des Leidensdruckes). Dann gab er ihnen folgende Anweisung: Legen sie sich ins Bett, schauen Sie auf die Uhr. Löschen Sie das Licht. Wenn Sie nach 15 Minuten nicht eingeschlafen sind, stehen Sie wieder auf und erledigen Sie etwas, das unangenehm ist und das Sie nicht gerne tun. Dann legen Sie sich wieder ins Bett, schauen auf die Uhr. löschen das Licht…usw. Nach Ericksons Erfahrung führte diese Vorgehensweise i.d.R. nach spätestens 3 – 4 Tagen zum Erfolg.

 

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