Führung im 21. Jahrhundert – ein gutes Beispiel

Michael SchmidtZur Zeit findet ein Wandel in der Führung statt. Die wiederkehrenden Stichworte dazu lauten:

Mehr Vernetzung, weniger Hierarchie, mehr Einbezug der Mitarbeiter, die sich wohlfühlen und möglichst selbstbestimmt arbeiten wollen usw.

Das klingt alles gut und plausibel; aber wie geht das in der Praxis? Sind dann bunte Arbeitsräume mit sportbekleideten Mitarbeitern (wie bei Google) und flexiblen Arbeitszeiten Pflicht? Als ich vor kurzem eine Einladung bekam, mir das in einem IT-Unternehmen in Karlsruhe (www.netpioneer.de) mal anzusehen, habe ich zugesagt. So viel vorneweg: Dass das Unternehmen mehrere Preise für Unternehmensführung und Personalarbeit bekommen hat, kann ich nunmehr gut nachvollziehen.

Schon die Atmosphäre im Unternehmen ist sehr offen, wohlwollend und unkompliziert, ohne plump oder aufgesetzt zu wirken. Es gab nicht nur Wasser und Kaffee (oder Tee), sondern auf Wunsch auch Eis, passend zum Wetter. Zu Beginn der Veranstaltung bekamen wir eine Unternehmenspräsentation gezeigt und konnten uns anschließend in 2 parallelen Workshops über die neuesten Trends in den sozialen Medien bzw. über das Erkennen von Lügen schlau machen. Anschließend konnten wir noch die Büros besichtigen (und auch das Spielzimmer für die Mitarbeiterkinder, die von den Mitarbeitern mitgebracht werden können).

Zum Schluss gab es Pizza und einen intensiven Austausch mit einigen Mitarbeitern des Unternehmens.

Was mich dabei besonders beeindruckt hat, war die Übereinstimmung dessen, was in der Unternehmenspräsentation gezeigt wurde und dem was ich im Austausch mit den Mitarbeitern erfahren habe: Hier nimmt ein Arbeitgeber die konkreten Wünsche und Bedürfnisse der Mitarbeiter ernst und achtet – bei aller Bedeutung der Technik und der Kommunikation – sehr auf das Betriebsklima und den persönlichen Austausch. Gerade Mitarbeiter, die schon andere Unternehmen kennengelernt hatten, waren von der offenen Kultur sehr angetan und überzeugt (hier eine kleine Auswahl der Aussagen):

  • Dass die Vorgesetzten (inkl. Geschäftsführung) die Mitarbeiter nach Wünschen und Verbesserungsvorschlägen fragen und diese ernst genommen und umgesetzt werden, kam immer wieder zur Sprache.
  • Mitarbeiter, die an anderen Stand- und Einsatzorten tätig sind, treffen sich regelmäßig am Freitag mit ihren Teams am Firmenstandort und tauschen sich aus, um die Teamarbeit, den Austausch und die Beziehungen sowie die Bindung zum Unternehmen zu pflegen.
  • Es gibt eine Menge an Unterstützungsangeboten für die Mitarbeiter, von der Weiterbildung über das Kinderspielzimmer bis zum Bügelservice.
  • Es gibt eine Vertrauensarbeitszeit, die auch entsprechend genutzt wird.
  • Immer wieder wurde erwähnt, wie sehr die Mitarbeiter sich ernst genommen und wertgeschätzt fühlen, gerade auch im Vergleich zu anderen Unternehmen, in denen sie vorher waren.
  • Die SCRUM-Kultur, die nicht nur in den Projekten, sondern auch im Unternehmen gelebt wird (Schritt für Schritt vorgehen, regelmäßige Standortbestimmungen, an denen sich jeder beteiligen kann, Offenheit für Vorschläge und hohe Flexibilität, usw.).

Nun mag es diese Maßnahmen auch in anderen Unternehmen geben. Mich hat jedoch beeindruckt, wie sehr auch nach meiner Wahrnehmung die propagierte Kultur wirklich gelebt wird. Gerade die Mitarbeiter der so genannten Generation Y waren davon begeistert.

Nun habe ich eine konkrete Vorstellung davon und ein gutes Beispiel dafür, wie diese „neue“ Führung (die in vielem gar nicht so neu ist J) konkret aussehen kann.

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