Kopf oder Zahl? Tappen Sie nicht in die Denkfalle

Roland Gruber- Sie werfen eine Münze und zweimal hintereinender erscheint „Kopf“. Beim dritten Wurf müsste jetzt aber mal „Zahl“ kommen, oder? Rein statistisch ist die Wahrscheinlichkeit beim dritten Wurf auch nur 50 % und trotzdem glauben wir gerne an so etwas wie ausgleichende Gerechtigkeit.

Psychologen nennen dieses Phänomen den „Spielerfehlschluss“ (gambler´s fallacy), der manchen Zocker auch schon mal teuer zu stehen kam.

Dass  dies auch in unserem Arbeitsalltag eine Rolle spielen kann, zeigt eine noch unveröffentlichte Studie von Ökonomen um Daniel Chen von der ETH Zürich. Er analysierte  mehr als 100.000 Entscheidungen von amerikanischen Asylrichtern und entdeckte einen eindeutigen Zusammenhang: Die Richter lehnten  – unabhängig vom Einzelfall – ein Asylgesuch mit höherer Wahrscheinlichkeit ab, wenn sie dem vorherigen Gesuch stattgegeben hatten.

Hatten sie zwei Gesuche nacheinander positiv entschieden, lehnten sie das nächste mit einer noch höheren Wahrscheinlichkeit ab. Ähnliche Beobachtungen machte Chen bei indischen Bank-Sachbearbeitern. Sie lehnten einen Kredit umso eher ab, wenn sie den vorigen gewährt hatten. 

Wie ist das in klassischen Führungssituationen? „Jetzt habe ich schon zwei Vorschlägen zugestimmt, nun muss ich auch mal einen ablehnen“.

Oder denken wir an Bewerbungen: Sie haben schon zwei Kandidaten hintereinander in die engere Wahl genommen, welche Chance hat der/die Nächste?

Wie objektiv sind wir also wirklich? Nach einer alten chinesischen Weisheit hilft nur „stetiges Bemühen“ und das zahlt sich tatsächlich aus. Führungskräfte mit langer Berufserfahrung schneiden laut Chen deutlich besser ab.

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