Mach mal Pause – auch von der Führung

Der Kreislaufzusammenbruch von BMW-Chef Harald Krüger auf der IAA war zwar ungewöhnlich, aber nicht wirklich überraschend. Was viele Manager und Fachkräfte heute im globalen Geschäft leisten müssen (inkl. Jetlag u. ä.) ist körperlich, geistig und psychisch Hochleistungssport. Hinzu kommt, dass Pausen immer häufiger entfallen oder mit Arbeit gefüllt werden. Kein Wunder, dass da irgendwann der Körper streikt, die Konzentration nicht mehr gegeben ist oder jemand gereizt reagiert.

Dabei gibt es die Erkenntnis, wie wichtig kurze Pausen für die Leistungsfähigkeit von Menschen sind, schon seit es Menschen gibt. In allen Kulturen sind Essens-, Trink- oder Rauchpausen seit Jahrtausenden verankert – nicht ohne Grund. Die Industrialisierung mit ihrer 24/7-(für Nicht-Amerikaner: 7 Tage lang rund um die Uhr)-Mentalität hat zunehmend dazu beigetragen, dass Pausen nicht mehr so ernst und oftmals gar nicht genommen werden. Manche betrachten das gar als ein Zeichen ihres Arbeitsethos: Ich hatte heute so viel zu tun, ich konnte wieder keine Pause machen. Der folgende Witz über Workaholiker verdeutlicht diese Haltung:

Comik

Technisch sind wir inzwischen weiter als auf dem Bild: Das Smartphone macht es zusätzlich leicht, Pausen mit anderem als Erholung oder Besinnung zu verbringen.

Dabei sind kurze Pausen extrem wichtig für die Regeneration und die Senkung des Stressniveaus. Das verdeutlicht erneut eine Studie aus Texas: „Give me a better break“ von Emily Hunter und Cindy Wu. Diese bestätigt die positive Wirkung von mehreren kurzen statt einer langen Pause. Schon 1991 hatte Ernest L. Rossi in seinem Buch „Die 20-Minuten-Pause“ die Folge des Mangels an Kurzpausen bzw. den Nutzen derselben ausführlich beschrieben.

Also, mal ehrlich:

  1. Machen Sie überhaupt eine oder mehrere Kurz-Pausen während der Arbeit?
  2. Können Sie Dauer und Zeitpunkt der Kurz-Pausen selbst bestimmen (das ist für deren Erholungswirkung durchaus relevant)?
  3. Machen Sie in den Pausen auch wirklich Pause (Besinnung, lockere Gespräche, Kurzschlaf o. ä.), oder arbeiten Sie weiter?
  4. Schaffen Sie es, während der Pausen wirklich zu entspannen?

Wenn Sie auf diese 4 Fragen mehrfach mit Nein antworten, dann sollten Sie sich überlegen, ob Ihnen das auf Dauer wirklich gut tut und an welchem Punkt (1-4) Sie ansetzen können, um Ihren Stress zu reduzieren und gesund und leistungsfähig zu bleiben.

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