Die wichtigsten Fallgruppen 2

Fallgruppe 4:

Der Mitarbeiter ist offensichtlich demotiviert. Er macht daraus auch keinen Hehl, klagt, schimpft oder jammert.

Mögliche Interventionen:

  • ?Trauerarbeit? Realitätsbezug
  • Der Mitarbeiter hat ?Hiobsbotschaften? bekommen.
  • Verlust einer langjährigen Aufgabe und Zugehörigkeit.
  • Erwartungen/Hoffnungen/Karriere haben sich nicht erfüllt
  • ?Es geht mir nicht gut??, ?Ich werde wohl nie in diesem Amt??, ?Die Stadt hatte mir doch versprochen??
  • Ich sehe, dass Sie eine Menge Ärgerpunkte (?Rabattmarken?) gesammelt haben und eine Reihe von Erwartungen nicht erfüllt worden sind . (Enttäuschungen)
  • Sehen Sie überhaupt eine Möglichkeit, sich (jetzt oder später) zu versöhnen, ?einen Neuvertrag? mit der veränderten Arbeitssituation zu schließen?
  • Solche Veränderungen oder ? Neu-Identifizierungen? gehen nicht von heute auf morgen. Sie brauchen Platz für ?Trauerarbeit?.

    Wie realistisch ist es, dass der alte Zustand wieder erreicht werden kann? Wovon muss ich mich verabschieden?

    Schmerzlich wird die Ohnmacht/die Abhängigkeit empfunden, wenn einem klar wird, welche Preise (Sicherheit/evtl. Haus etc.) man zahlen müsste, wenn man kündigen würde.
    Wenn Menschen sich nicht verantwortlich fühlen für die Arbeitsplatzwahl oder den Hauskauf, verbleiben sie in der Unterverantwortlichkeit des Kindheits-Ich, das weiterhin jammert, klagt und schimpft.

    Fallgruppe 5:

    Neue Aufgabe. Das Aufgabenspektrum Ihres Verantwortungsbereiches hat sich verschoben. Sie möchten einen Mitarbeiter für eine neue Aufgabe motivieren, von der der MA schon gesagt hat, dass sie ihn wenig interessiert. (Achtung: Auch dieses Thema gehört vom Anlass her zunächst in das Delegationsgespräch für diese neue Aufgabe).

    Mögliche Interventionen:

  • Motivation durch Information.
  • Über die Zeit kann die Identifikation mit einer Aufgabe so groß werden, dass wir uns eine andere Aufgabe gar nicht vorstellen können. D.h. wir glauben, dass nur diese Aufgabe unsere Werte erfüllen kann.
  • Die Frage ist ob (die höheren) Werte, die von der alten Aufgabe/Funktion etc. erfüllt wurden auch von der neuen Aufgabe erfüllt werden können.
    Auch im neuen Job sind Herausforderungen zu bewältigen, ist der Kontakt mit Menschen notwendig etc.
  • Dazu muss ich als VG das Motivationsprofil (siehe oben) des MA kennen.

    Zu vermeiden sind Formulierungen wie:
    ? Das wird (soll) bestimmt Ihrer Karriere nicht schaden.?
    ( ?Möhre? als nicht gedeckter Scheck, siehe unten Stichwort ?Schuldspirale?)

    Auch das Verbinden der Funktion mit hohen, auch altruistischen Werten gehört hierher: Was ist unser gesellschaftlicher Beitrag? Wie erhöht unsere Arbeit die Lebensqualität der Menschen? Was würde mittel- und langfristig passieren, wenn niemand unsere Arbeit tun würde?

    Vorsicht: Werte sind nicht von außen veränderbar. Es können nur durch Informationen neue Verbindungen zu diesen Werten geschaffen werden.

    Fallgruppe 6:

    Sie oder jemand Drittes, dessen Vertreter oder Nachfolger Sie sind, haben Erwartungen geweckt oder zugelassen, die (immernoch) nicht erfüllt werden können. (Auslösen oder Aufrechterhalten der Schuldspirale)

    Mögliche Interventionen

  • ?Schuldimmunität?, Vermeidung der ?Schuldspirale?

    Eine Form, Macht über uns als VG zu erlangen sind Werte wie Einfluss/ Macht/Zuverlässigkeit/Glaubwürdigkeit/Zugehörigkeit .

    Der (auch stumme) Vorwurf, diese Werte nicht zu erfüllen, (Sie sind schuld! Schauen Sie was Sie angerichtet haben!) gibt uns ein ?Negativ-Gefühl? – ein schlechtes Gewissen.

    Weitere stumme Vorwürfe sind:
    Was, Sie haben gar nicht den Einfluss, den Sie mir gegenüber vorgegeben haben?
    Sie stehen also nicht zu Ihrem Wort?
    Sie vertreten doch hier die Stadt Köln, und die hat?

    Es ist nicht wichtig, dass der andere diesen Vorwurf äußert, es genügt, dass eine innere Stimme ihn formuliert!

    Da wir diese Lücke ausfüllen und das Schuldgefühl ausgleichen möchten, werden wir empfänglich für das Angebot von Ausgleichsversprechen oder Ausgleichszahlungen:

    Dieses Manipulationsmuster (Macht durch Schuld) kennen wir schon aus unserer Kindheit:
    Kind (vorwurfsvoll) ? Mama/Papa – ich habe soooo lange auf Dich gewartet vor der Schule?
    Pause?. (charmanter:) ?Mama/Papa – gibst Du mir ein Eis aus??

    Ein Ausweg scheint dann: Ich besteche, mache Zugeständnisse (über die ich mich dann später ärgere) oder neue Versprechungen: O.k., dann bekommen sie den neuen Computer, die neue Aufgabe, das andere Büro??, ?In Zukunft komme ich ganz bestimmt nicht mehr zu spät? , d.h. ich prolongiere (verschiebe ihn in die Zukunft) den ohnehin nie ganz gedeckten Scheck.
    Diese Zugeständnisse sind unter Umständen neue Versprechen, die nicht eingehalten werden können und die dann zu noch mehr Schuldgefühl führen mit noch mehr Ausgleichsversprechen (Schuldspirale). Am Ende steht der ?Glaubwürdigkeits-Offenbarungseid?.

  • Fallgruppe 7:

    Sie müssen dem MA etwas wegnehmen, von dem Sie glauben, dass es den MA demotivieren wird.(Achtung: Gehört nicht in das MAG, da eine solche Entscheidung Anlass bezogen ist. Hiobsbotschaften sind nicht Teil des MAG, sondern Anlass für eigene Gespräche).

    Mögliche Interventionen:

    Hiobsbotschaft
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