Konflikttypen nach V. Satir 1

Die einzelnen Kommunikationsformen:
1. Erste Kommunikationsform:

Beschwichtiger: Versöhnlich, beschwichtigend, Selbstverleugnung

Grundgefühl: Bitte! Ohne Dich bin ich tot!

Psychosomatik: Erbrechen

1.1 Worte:
zustimmend (?Was immer du willst, ist in Ordnung; entscheide du?), entschuldigend, wohlwollend, nie fordernd.

1.2 Stimme:
leise, weinerlich, vorsichtig, gedrückt

1.3 Auftreten:
eher vorsichtig und leise bis zaghaft, rücksichtsvoll

1.4 Körper: Schulter nach vorn gebeugt, im Sitzen eine Hand offen im Schoß, wenig Atmung –

Satir ordnet jeder Form eine spezifische Skulpturstellung als Übertreibung und Pointierung zu. Für die versöhnliche Form ist dies folgende:

1.5 Syntax:
häufiger Gebrauch von Einschränkungen: wenn, nur, ganz, gerade
und häufige Verwendung des Konjunktivs: könnte, würde usw.
Häufige Störung durch Gedankenlesen.

1.6 Selbsterleben:
die Person, die ihre Kommunikation überwiegend in der versöhnlichen Art gestaltet, ist von einem Gefühl der Hilf- und Wertlosigkeit geprägt, oft auch des Ausgeliefert- und Beladenseins. Sie versucht, sich nützlich zu fühlen, indem sie für andere etwas tut und für sie lebt. Ohne einen anderen fühlt sie sich als Nichts, daher fürchtet sie ständig, dem anderen lästig zu sein, ihm im Weg zu stehen, ihn durch einen Fehler zu verärgern, von ihm abgelehnt oder verlassen zu werden. Sucht ständig die eigene Schuld, hat Angst vor starken Emotionen. (Bosch 1977, S. 244)

1.7 Therapeutisch:
schrittweise Arbeit am Ärger, langsam Ressentiments herausheben, Selbstwertgefühle stärken, Differenzen hervorheben, Risiken übernehmen, Veränderungen anerkennen, Entscheidungen treffen lassen, Symptomverschreibungen, Nein-Sagen, Forderungen stellen, Wünsche äußern. Geduld, langsames Vorgehen, Verantwortung nicht übernehmen. Therapeut muss selbst ein Modell für die Fähigkeit sein, ?Nein? zu sagen, Grenzen zu setzen, Risiken zu übernehmen und trotzdem zugewandt zu sein.
Eine negative Phase ist hier ein erster Erfolg.

1.8 Gefühle des Therapeuten:
wenn Distanz zum System verloren: müde, tut viel, Magenschmerzen, vorgebeugt, bedauert sich selbst.

1.9 Was passiert beim Empfänger:
Es besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass der Empfänger von Mitteilungen, die er in der versöhnlichen Art der Kommunikation bekommt

  • sich schuldig fühlt ( Form 1 )
  • Mitleid bekommt ( Form 1 )
  • helfen möchte ( Form 1 )
  • schützen möchte ( Form 1 )
  • (sehr) ärgerlich wird ( Form 2 )
  • fordernd reagiert (Form 2 )
  • Verachtung ausdrückt ( Form 2 oder 3 )
    Aus diesen Reaktionen ist ersichtlich, welch mächtigen Einfluss die versöhnliche Form auf andere Menschen auszuüben vermag ( Manipulation über schlechtes Gewissen ).

    Es ist leicht zu sehen, dass dem Sender durch das Feedback dieser Reaktionen der Spielraum breiter Alternativen für seine nächste Reaktion ebenfalls eingeschränkt wird. In den meisten Fällen verstärken alle Reaktionen seine Haltung. Gelegentlich wird er in die zweite Kommunikationsform überwechseln, viel seltener in die dritte. (Empfängerreaktionen aus Bosch 1977, S. 245 )

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