Quellen des Selbstwertgefühls

Quellen des Selbstwertgefühls

Die Förderung und Stärkung des Selbstwertgefühls ist eines der zentralen Grundbedürfnisse des Menschen. Dabei geht es um die erwartete Zuwendung bzw. um Verhaltensweisen, mit denen wir versuchen, die notwendige Zuwendung zu erreichen.

Eine positive Selbstbewertung hat positive Auswirkungen auf das Verhalten gegenüber anderen Menschen. Personen mit hohem Selbstwertgefühl haben z.B. mehr Vertrauen in ihre eigene Meinung und sind von den Meinungen und Urteilen anderer über sie unabhängig. Sie haben eine positivere Wahrnehmung von ihrem Gegenüber, sind aber auch eher in der Lage, ihrem Ärger direkt Ausdruck zu verleihen.

Eine negative Selbstbewertung führt dazu, immer das Schlimmste zu erwarten. Menschen mit dieser Selbsteinschätzung fühlen sich oft von anderen hintergangen. Um sich zu schützen und zu verteidigen, verstecken sie sich hinter einer Wand von Misstrauen und entfernen sich so von anderen Menschen.

Bezüglich der Herkunft der Zuwendung und damit der Förderung unseres Selbstwertgefühls lassen sich internale und externale Anteile unterscheiden, d.h. Zuwendung, die wir uns selber geben und Zuwendung, die wir von anderen bekommen bzw. erwarten.

Wir fühlen uns wohl, wenn unser "Zuwendungstopf " voll ist ("high pot"); und wir fühlen uns frustriert und voller Selbstzweifel, wenn unser Zuwendungstopf leer ist ("low pot"), d.h. wenn wir uns selber zu wenig Zuwendung (Strokes) gegeben haben bzw. sie länger nicht von anderen bekommen haben.

Jeder Mensch hat ein individuelles Muster von internaler und externaler Zuwendung, sowie ganz individuelle Formen und Strategien, um Anerkennung zu erhalten.

Jeder Mensch sollte deshalb für sich prüfen, welche der nachfolgenden Wertesysteme (= Quellen des Selbstwertgefühls) für ihn besonders wichtig sind:

  • Leistungsfähigkeit/Erfolg
  • soziale Fähigkeiten
  • Denken/Verstand / intellektuelle Fähigkeiten
  • Gefühl
  • Körper / Aussehen / Gesundheit

    Jeder Mensch kann sein Selbstwertgefühl aus einer oder mehrerer dieser Quellen speisen. Je weniger Quellen ihm zur Verfügung stehen, desto anfälliger ist er in seinem Selbstwertgefühl.

    Beispielhaft zeigt sich, dass Körper/Aussehen relativ selten eine wesentliche Quelle des Selbstwertgefühls sind, insbesondere sich bei Männern auf Körperertüchtigung bzw. Fitness bezieht und damit eher zu Leistung/Erfolg (Erster sein, Sieger sein) zuzuordnen ist. Die Geringschätzung des eigenen Körpers kann bedeuten, dass körperliche Überforderung und Stress nicht wahrgenommen sowie Entspannung und körperliches Wohlbefinden abgewertet werden.

    Personen jedoch, die das Wertesystem "Leistung" favorisieren, werden sich selbst am stärksten akzeptieren, wenn sie Leistungen erbringen und Erfolg haben. Diese Personen werden Zuwendung von anderen am besten akzeptieren, wenn sie sich auf vollbrachte Leistungen und zählbare Erfolge bezieht. Wertschätzung von anderen Fähigkeiten oder Eigenschaften werden sehr häufig als wertlos ignoriert, unter Umständen sogar als Provokation empfunden.

    Zuwendung über Leistung zu erzielen, d.h. eine entsprechend hohe Leistungsmotivation zu haben, ist sicher eine notwendige Voraussetzung für den Erfolg als Führungskraft. Wo jedoch die Zuwendung über Leistungserfolge die stärkste oder gar die einzige Quelle darstellt, besteht die Gefahr, dass die Führungsposition nicht zur Führung anderer, sondern zur Erhöhung der eigenen Leistung missbraucht wird.

    Eine auf Dauer erfolgreiche "Führungs"-kraft wird deshalb bestrebt sein, das eigene Selbstwertgefühl aus möglichst vielen Quellen zu speisen und bei den Mitarbeitern den Zugang zu möglichst vielen Quellen zu erleichtern, z.B.

  • durch Anerkennung von Leistungen, Erfolgen, guten Arbeitsergebnissen
  • durch Teamfähigkeit, Kommunikation, Delegation, Unterstützung von Mitarbeitern, Pflege von informellen Beziehungen
  • durch Förderung von eigenständigen Problembearbeitungen und eigenverantwortlichem Denken
  • durch Zulassen und Respektieren von Gefühlen und verantwortungsvollem Umgang mit Werten wie Familie, Partnerschaft
  • durch Schaffung von Arbeitsbedingungen, die Gesundheit und das Wohlbefinden der Mitarbeiter achten
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