Situatives Führen 2

Aufgabenbezogenes Verhalten und mitarbeiterbezogenes Verhalten

Die Erkenntnis, dass aufgabenbezogenes und mitarbeiterbezogenes Verhalten zwei entscheidende Kriterien für die Beurteilung einer Führungskraft sind, hat die Management-Forschung in den letzten Jahrzehnten stark beschäftigt. Diese beiden Kriterien sind mit den verschiedensten Etikettierungen wie "autokratisch und demokratisch" oder "mitarbeiterorientiert und produktionsorientiert" versehen worden.

Eine ganze Weile dachte man, dass "aufgaben-" und "mitarbeiterbezogenes" Verhalten sich gegenseitig ausschließen und deshalb als Endpunkte eines Kontinuums aufgefasst werden müssten, das von autoritärem (aufgabenbezogenem) Führungsverhalten am einen Ende bis zu sehr demokratischem (mitarbeiterbezogenem) Führungsverhalten am anderen Ende reiche.

In den letzten Jahren wurde die Annahme, dass "Aufgabenbezogenheit" und "Mitarbeiterbezogenheit" Entweder/ Oder-Führungsstile seien, fallengelassen. Durch sorgfältige Beobachtung des tatsächlichen Verhaltens von Führungskräften in vielen verschiedenen Situationen fanden die Wissenschaftler aus Ohio heraus, dass sich alle Aktivitäten der Führungskräfte in nur zwei verschiedene Verhaltenskategorien einordnen lassen: Sie nannten diese beiden Kategorien "Strukturieren" (aufgabenbezogenes Verhalten) und "Rücksicht nehmen" (mitarbeiterbezogenes Verhalten).

Definitionen

Aufgabenbezogenes Verhalten ist das Ausmaß, mit dem die Führungskraft Einweg-Kommunikation betreibt, indem sie jedem Mitarbeiter erklärt, was er wann, wo und wie zu tun hat.

Mitarbeiterbezogenes Verhalten ist das Ausmaß, mit dem die Führungskraft das Gespräch sucht, sozio-emotionale Unterstützung gewährt, "psychologische Streicheleinheiten" verteilt und Erleichterungen gewährt.

In den erwähnten Führungs-Studien fanden die Wissenschaftler der Ohio State University heraus, dass die Führungsstile sehr unterschiedlich waren und teilweise sehr stark schwankten. Es kristallisierte sich kein dominierender Stil heraus. Stattdessen gab es augenscheinlich vielfältige Kombinationen.
Der daraus gezogene Schluss: Aufgabenorientierung und Mitarbeiterorientierung sind keine Entweder/Oder-Stile. Vielmehr können diese Formen von Führungsverhalten auf zwei unterschiedlichen Achsen (mitarbeiterbezogenes Verhalten, aufgabenbezogenes Verhalten) aufgetragen werden.

Da die Forschung in den letzten Jahrzehnten eindeutig die Behauptung gestützt hat, dass es den ?besten? Führungsstil nicht gibt, kann jeder der 4 Grundstile aus der Abbildung je nach Situation effektiv oder ineffektiv sein.
Das Konzept des Situativen Führens basiert auf dem Zusammenspiel von dem Maß an direktivem Verhalten (aufgabenorientiert) und dem Maß an sozio-emotionaler Unterstützung (mitarbeiterbezogen) durch die Führungskraft, sowie dem Reifegrad, den die Mitarbeiter zeigen, in Bezug auf eine bestimmte Aufgabe, Funktion oder ein Ziel, das die Führungskraft mit ihrer (dem Einzelnen oder der Gruppe) Hilfe erreichen will.
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