Beurteilungsquellen

Quellen unserer Beurteilung

Unser Gehirn liebt Ordnung. Es liebt möglichst einfache "Landkarten", die uns gleichzeitig genug Orientierung für unsere Entscheidungen in einer komplexen Welt geben.

Diese einfachen ?Landkarten? lieben wir ebenso bei den Bildern, die wir uns von Menschen machen.

Damit wir in der Welt handlungsfähig sind und bleiben, brauchen wir diese Vereinfachungen. Stellen Sie sich vor, Sie stehen vor einer Tür und Sie müssten erstmal alle bisherigen konkreten Wahrnehmungen mit Türen durchrechnen um irgendwann zum Ergebnis zu kommen, dass Sie das waagerechte Metallstück (die Klinke) herrunterdrücken und ziehen müssen! Diese Verallgemeinerungen sind nützlich. Dies gilt auch für die Beurteilung von Menschen. Denn eine Fähigkeit verbessert meine Reaktion gleich in einer Vielzahl von Situationen.

Fähigkeiten, Kompetenzen, Stärken, Schwächen, Persönlichkeitstypen sind ebenfalls Verallgemeinerungen. Diese Verallgemeinerungen gibt es in der Außenwelt nicht wirklich, sie sind Konstrukte und existieren nur in unseren Köpfen. Sie sind nützlich, denn sie ermöglichen das Erlernen einer Fähigkeit, die dann in vielen Situationen angewandt werden kann. Ohne dieses Konstrukt müsste jede einzelne Situation für sich gelernt werden.

Die sinnliche Basis sind unsere Wahrnehmungen: Wir sehen Ergebnisse und körpersprachliche sowie stimmliche Signale.

Konstruierte Wirklichkeit

Den Raum zwischen den wahrgenommenen Einzelinformationen und den zu bildenden Konstrukten müssen wir auffüllen: mit ?Eigenmaterial?!

Wolkenformationen sind bizarr und kompliziert. Auf einmal jedoch sehen wir ein Gesicht, ein Profil, Mund, Nase, Augen?(Umrisse + Eigenmaterial = Konstrukt). Umgekehrt gilt: Wenn einmal ein Konstrukt gebildet wurde, kommen wir kaum noch aus dieser Wahrnehmung wieder heraus. Einmal ein Schwarz-Weiß-Muster als Kuh erkannt, sehen wir immer wieder die Kuh. Ein weiters berühmtes Beispiel ist das Vexierbild von der alten und der jungen Frau.

Unser ?Eigenmaterial? ist dabei die Konstruktionsanleitung, die aus Wahrnehmungen Konstrukte, aus Wolkenumrissen Gesichter macht. Diese Konstruktionsanleitungen sortieren die Einzelpixel zu Ordnungen, die eigentlich gar nicht vorhanden sind.

Um also möglichst gut zu beurteilen, braucht man beides: die Kenntnis von den Wahrnehmungsquellen und die Kenntnis von den Konstruktionsanleitungen, die daraus die Konstrukte wie Stärken, Fähigkeiten usw. bilden.

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