Work- life- balance

Rollenprobleme von Führungskräften in der Berufs- und Privatsphäre

Führungskräfte sind einem spezifischen Problemdruck ausgesetzt, sowohl in ihrem beruflichen als auch in ihrem privaten Bereich. Hierin unterscheiden sie sich sowohl unter qualitativen als auch unter quantitativen Aspekten in bedeutendem Maß von den sonstigen Arbeitnehmern.
Einer Führungskraft sind viele Mitarbeiter unterstellt, einzelne Kollegen gleichgestellt und sie selbst hat einen Vorgesetzten. Weitere Bezugspunkte ergeben sich aus den unternehmerischen und gesellschaftlichen Anforderungen an eine Führungskraft.

Im Wechselspiel von Reagieren und Agieren hat eine Führungskraft gleichzeitig die Rollen des Mitarbeiters, des Kollegen und des Vorgesetzten auszuüben.
Auch im privaten Bereich ergibt sich ein großes Rollenspektrum. Eine Führungskraft ist gleichzeitig Lebenspartner, Freund, Vater oder Mitglied eines Vereins.
Aus dieser breiten Rollenvielfalt sowohl im beruflichen wie auch im privaten Bereich und den damit verbundenen Rollenerwartungen und -erfahrungen können sich interindividuelle bzw. intraindividuelle Rollenkonflikte ergeben.

Beruflicher Bereich

Quantitativ liegt die Wochenarbeitszeit von Führungskräften mehr als 15 Stunden über dem durchschnittlichen Arbeitsaufwand der ihnen unterstellten Mitarbeiter. Die typische Führungskraft nimmt nur rund vier Wochen ihres sechswöchigen Urlaubs. Die Mitarbeiter lassen hingegen in der Regel keinen Arbeitstag aus.

Qualitatives Kennzeichen der Arbeitssituation von Führungskräften ist der zu beobachtende permanente Zeit- und Arbeitsdruck im Arbeitsvollzug. Führungskräfte im den mittleren Ebenen empfinden sich oft als eine ?Knautschzone? im Interessenausgleich zwischen Arbeitnehmerwünschen und Unternehmensanforderungen, wobei zu bewältigende Sachaufgaben notwendige Führungsaufgaben in den Hintergrund drängen. Obwohl Führungskräfte die Mitarbeiterführung als wichtig anerkennen, wird dies nicht selten ?nebenbei? erledigt.

Privater Bereich

Quantitativ betrachtet liegt der durchschnittliche Freizeitumfang von Führungskräften bei ca. 30 Stunden in der Woche (inklusive Wochenende), die unterstellten Mitarbeiter verfügen dagegen im Durchschnitt über 60 Stunden in der Woche.

Unter qualitativen Aspekten hat sich gezeigt, dass den befragten Managern die individuelle Freizeit nicht annähernd so wichtig ist, wie den ihnen unterstellten Mitarbeitern. Die Freizeit wird oft lediglich als eine ?Restgröße? im Lebenszusammenhang angesehen und hat eine Ausgleichsfunktion zur Arbeit. Oft finden sich in der Freizeitgestaltung Tätigkeiten, die strukturell den beruflichen Aktivitäten ähneln.

Rollenkonflikte

Die Führungskraft wird grundsätzlich mit konträren Rollenerwartungen im Berufs- und im Privatleben konfrontiert.
Problematisch werden oft die Forderungen und Einstellungen des Lebenspartners bzw. der Familie im Spiegel ihrer beruflichen und privaten Interessen erlebt.
Berufliche Fragen wie beispielsweise die Mobilitätsbereitschaft, werden oftmals durch entgegengesetzte Interessen der Familie problematisiert.
Im Freundeskreis wird die Führungskraft mit der Frage konfrontiert, inwieweit ihr Handeln im Beruf auf soziale Akzeptanz stößt.

Im beruflichen Alltag spielen für Führungskräfte Begriffe wie Effizienz, Leistung und Rationalität eine große Rolle, wogegen individuelle Gefühle stark in den Hintergrund gedrängt werden. Diese Tatsache kann dazu führen, dass die betroffenen Personen Schwierigkeiten haben im Privatleben Gefühle zu äußern und zu empfangen. Dieses subjektive Dilemma besteht sicher nur ein geringer Teil der Führungskräfte.

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