Chefs können Burnout von Mitarbeitern verhindern.

Roland Gruber –  Eine Studie zeigt den Zusammenhang zwischen sozialer Kompetenz von Führungskräften und arbeitsbezogenem Burnout von Mitarbeitern. Sozial unterstützendes Verhalten des Chefs hilft bei arbeitsbezogener Belastung.


Eine Studie der Bertelsmann-Stiftung beschäftigte sich mit der Fragestellung wie der Führungsaspekt „soziale Unterstützung“ die Belastungswerte von Mitarbeitern beeinflusst.

Die Untersuchung umfasste zwei Aspekte:

1. die instrumentelle und
2. die emotional soziale Unterstützung,

die sich in den folgenden Aussagen widerspiegelten:
 
·         Wenn „es mal eng wird“ helfen Freunde, der Vorgesetzte oder Kollegen  mit Arbeitsmitteln, Informationen, Tipps, zeitlicher Unterstützung etc. aus
·         Ihr Arbeitgeber oder Ihr Vorgesetzter berücksichtigen Ihre privaten oder familiären Bedürfnisse, z.B. bei der Arbeits- und Urlaubsplanung
·         Emotionale oder kognitive soziale Unterstützung die sich z.B. ausdrückte durch Zuspruch, Trost, Motivation. Man hört Ihnen zu und zeigt Verständnis, nimmt Ihre Sorgen ernst.
 
Untersucht wurde auch, wie nachhaltig diese soziale Unterstützung wirkt. Die Ergebnisse waren relativ eindeutig:
 
Sozial unterstützendes Verhalten von Führungskräften hat einen deutlichen und zeitlich unmittelbaren Einfluss auf die arbeitsbezogenen Belastungswerte der Mitarbeiter.
 
Dabei ist soziale Unterstützung aber eine kontinuierliche Führungsaufgabe. Man kann diese Leistung nicht bevorraten. Ihre Wirkung hält nicht über längere Zeiträume an.
 
Soziale Unterstützung umfasste in dieser Auswertung auch den Aspekt der Erreichbarkeit der sozialen Unterstützung: Eine Führungskraft, die zwar die Fähigkeiten zu sozialer Unterstützung hat, jedoch selten anwesend oder erreichbar ist, unterstützt ihre Mitarbeiter damit nicht optimal.
 
Diese Ergebnisse überraschen nicht wirklich, vor allem wenn man dabei an bestimmte, ewig überforderte und jammernde Mitarbeiter denkt.
 
Aber: alle Teilnehmer an dieser Studie waren selbst Führungskräfte!
Und das lenkt den Blick auf einen häufig vernachlässigten Aspekt der Führungsaufgabe: auch Mitarbeiter, die selbst führen, bedürfen der Unterstützung durch ihren Vorgesetzten.

Das nach wie vor gerne gehegte Bild der „perfekten“ Führungskraft, die alles im Griff hat, vielleicht mal ein Seminar oder notfalls einen Coach braucht, lässt sich schlecht aufrechterhalten. Es ist eine originäre Führungsaufgabe, gerade die Mitarbeiter, die selbst Führungskräfte sind, angemessen und vor allem kontinuierlich zu unterstützen.
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