Das Konflikt-Rad: Richtige und falsche Reaktionen auf Konflikte

Ulrich Grannemann – Wo gearbeitet wird kann es vorkommen, dass Erwartungen nicht erfüllt werden und Störungen und Ärgerpunkte entstehen. Unsere Reaktion darauf entscheidet, ob daraus ein Konflikt, die Beziehung ge- oder zerstört oder ob daraus eine positive Lösung wird.  

Es lassen sich 10 verschiedene Formen unterscheiden, in der Ärger die Bühne der Kommunikation betreten kann. Dabei sind die Formen rechts oben positiv, die links oben kritisch zu bewerten, da es hier sehr auf die Rollen und Erlaubnisse ankommt. Links unten sind die emotional-eskalierenden Formen zu finden. Diese sind vielleicht immer noch besser sind als die verdeckten und indirekten Formen rechts unten. Als Beispiel habe ich die einfache Situation genommen, dass ein Mitarbeiter sein Konzept nicht zur vereinbarten Zeit geliefert hat.
  

  

 

Völlig unstrittig und saubere Basis ist die Beschreibung dessen, was zu sehen, zu beobachten war, ohne jeden Anflug von Bewertung und Verallgemeinerung. Nicht Tatsachen sind gefährlich, sondern Meinungen, wusste schon Epiktet in der Antike.
Vorsicht mit Wünschen oder Erwartungen. Zunächst einmal muss die Erlaubnis, der Rahmen für Wünsche gegeben sein. Sogar manche Kommunikationstrainer achten nicht auf die klare Zukunftsorientierung der Erwartung. So kommen dann Formulierungen wie: „Ich hätte mir gewünscht, dass Sie…“ Das ist nichts anderes als ein mit Pastellfarbe angestrichener Vorwurf. Ebenfalls nicht angemessen ist die Anweisung oder der Appell in allen Rollen und Beziehungen.
 
Schnell schleicht sich in den Versuch Fakten zu beschreiben eine Vermutung, Verallgemeinerung oder Interpretation ein. Paul Watzlawick (Anleitung zum Unglücklich-Sein) unterscheidet hier die erste Wirklichkeit (Fakten) von der zweiten Wirklichkeit (Interpretation). Der Übergang zur Bewertung und damit zum Vorwurf (negative Bewertung) ist dann fließend.
 
Noch „fieser“ wird es dann bei den (nicht wirklich) witzigen, ironischen und sarkastischen Bemerkungen, dem „Schlechtmachen“ hinter dem Rücken oder bei den indirekten Formen, in denen der Andere überhaupt keine Chance mehr hat, etwas zu verbessern.
 
Zentrale Rolle beim Auffangen und Abdämpfen von Konflikten stellt die positive Vermutung, die Unterstellung einer positiven Absicht, dar. Sie nimmt wie beim Aikido die Angriffsenergie auf, dämpft sie, wahrt das Gesicht des Anderen. Es kann auch den wahren Kern der Botschaft aufnehmen. Mit der Wirkung, die ein Verhalten auf mich hat, kann ich die Bedeutung zeigen, ohne den anderen anzugreifen. Damit ist die Fähigkeit eine abwertungsfreie Wirkungsbotschaft zu formulieren zentrale Aufgabe in der Konfliktlösung.
 
 
Übersichtstabelle:
Entsprechungen in den wichtigste Kommunikations-/Konfliktmodellen
 
Autor:
Leadion/ Grannemann
Schulz von Thun
Thomas Gordon
Marshall Rosenberg
Konzept:
Konflikt-Rad
Vier Seiten der Nachricht
Ich-Botschaften
Gewaltfreie Kommunikation
 
Beschreibung Verhalten/Fakten
Sachbotschaft
Ich nehme wahr…
Beobachtung
 
Wunsch/Erwartung
 
 
 
Bitte
 
Anweisung
 
Appellbotschaft
 
 
 
Interpretation, Verallgemeinerung
 
Ich vermute…
 
 
Vorwurf
 
Beziehungs-botschaft
 
 
 
Sarkasmus/Ironie
 
 
 
 
 
Keine Reaktion
 
 
 
 
 
Indirekte, verdeckte Aktion
 
 
 
 
Positive Absicht
 
 
 
Bedürfnis
 
Wirkungsbotschaft
 
Selbstoffenbarung
Ich fühle…
Gefühlsbotschaft
Quelle/Buch-empfehlung:
 
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