Karriere: Gutes Aussehen hilft nur bedingt.

Roland Gruber – Zwei Studien haben den Einfluss von Schönheit auf die Chancen im Lebenslauf untersucht und kommen zu interessanten Ergebnissen. Schönheit wird gemeinhin definiert durch symmetrische Gesichtszüge, hohe Wangenknochen und glatte Haut. Generell assoziiert werden damit Eigenschaften wie Ehrlichkeit, Freundlichkeit, wie auch Leistungsstärke, Intelligenz und Kompetenz. Vorteile also auf allen Ebenen? Leider nur in der Schule, nicht aber im Beruf.

Die Wuppertaler School of Education fand in Studien an Gymnasien heraus, dass Lehrer attraktive Schüler – und zwar unabhängig vom Geschlecht – öfter aufrufen, sich besser an sie erinnern und um bis zu vier Fünftel Notenpunkte besser benoten. Ist also alles vorbereitet für eine steile berufliche Karriere? Irrtum.
In einer Studie mit Bewerbungen auf 2.500 Stellenausschreibungen haben die israelischen Wirtschaftswissenschaftler Ruffle und Shtudiner fiktive Bewerbungen verschickt: jede Bewerbung wurde einmal mit und einmal ohne Foto eingereicht. Auf der Hälfte der Fotos waren attraktive Personen zu sehen, auf den anderen Fotos von Durchschnittsgesichtern.
Das Ergebnis überrascht: gut aussehende Männer erhielten doppelt so viele Einladungen, wie ihre durchschnittlich aussehenden Kollegen und auch deutlich mehr als die fotolosen Bewerber.
Bei den Bewerberinnen war eher ein gegenteiliger Effekt zu beobachten: nur jede elfte Schöne erhielt eine Einladung (aber jeder sechste schöne Mann). Durchschnittsaussehen oder gar kein Foto erbrachte Einladungen für jede siebte Frau.
Diese so nicht erwarteten Ergebnisse veranlassten Ruffle und Shtudiner zu weiteren Nachforschungen. Dabei zeigte sich ein bisher völlig unterschätzter Faktor: unternehmensinterne Personalabteilungen bestehen bis zu 85 Prozent aus Frauen. Frauen wollen aber keine potenziellen Schönheitskonkurrentinnen in die Firma holen, folgerte das Forscherteam. Diese These wird auch dadurch gestützt, dass externe Personalberater (Frauenanteil 96 Prozent) keine signifikanten Unterschiede beim Aussehen der Bewerberinnen machten, allerdings aber sehr deutliche bei den Männern. Diese wurden auffällig oft zu Vorstellungsgesprächen eingeladen.
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