Demotivierte Mitarbeiter kosten richtig viel Geld.

Roland Gruber – Wie jedes Jahr hat Gallup die Ergebnisse seiner repräsentativen Umfrage über Motivation und Engagement bei der Arbeit veröffentlicht. Nach dieser Studie haben 24 Prozent der Mitarbeiter in deutschen Unternehmen innerlich gekündigt, 61 Prozent machen nur Dienst nach Vorschrift. Nur 15 Prozent fühlen sich hoch emotional an ihren Arbeitgeber gebunden.

Marco Nink, Strategic Consultant bei Gallup: „Die Folgen mangelnder Mitarbeiterbindung für die Leistungsfähigkeit der Unternehmen sind erheblich, wer sich emotional nicht an sein Unternehmen gebunden fühlt, zeigt weniger Eigeninitiative, Leistungsbereitschaft und Verantwortungsbewusstsein – und ist häufiger krank“. Gallup beziffert die Kosten für die deutsche Wirtschaft allein durch die erhöhten Fehlzeiten auf 18,3 Milliarden Euro jährlich. Den gesamten volkswirtschaftlichen Schaden durch Produktivitätseinbußen, der durch innere Kündigung entsteht, rechnet Gallup auf bis zu 138 Milliarden Euro im Jahr hoch.
Die Verantwortlichen für diese sicherlich nicht erfreulichen Zahlen hat Gallup auch schnell identifiziert: Schuld ist („fast immer“) der direkte Vorgesetzte. Marco Nink: „Aus motivierten Leuten werden Verweigerer, wenn ihre Bedürfnisse und Erwartungen bei der Arbeit über einen längeren Zeitraum ignoriert werden. Man fragt sie nicht nach ihrer Meinung, gibt ihnen weder positives Feedback noch eine konstruktive Rückmeldung zur Arbeitsleistung und interessiert sich nicht für sie als Mensch“.
Diese Schuldzuweisung ist vielleicht doch etwas zu einfach. Natürlich sind die genannten Faktoren von hoher Bedeutung für Arbeitszufriedenheit und Motivation der Mitarbeiter, es gibt aber darüber hinaus auch viele Einflüsse, die nicht dem direkten Vorgesetzten zuzuordnen sind: Wettbewerbssituation des Unternehmens, Veränderungen im Unternehmen, häufige Vorgesetztenwechsel, Persönlichkeitsstrukturen der Mitarbeiter, schwierige Kollegen….
Das seit Jahren immer beliebtere „Führungskräfte-bashing“ in unzähligen Veröffentlichungen mag ja populär sein und viele „gefällt mir“ Klicks bringen.  Unsere Erfahrungen aus vielen Jahren Training und Coaching von Führungskräften zeigen uns Vorgesetzte als Gruppe von Menschen, die – unter hohem Druck und oft schwierigen Rahmenbedingungen – mit hohem Einsatz versucht, einen guten Job zu machen. Oft nicht perfekt, wie soll das auch gehen? Also lasst uns den Kopf hoch nehmen und weiterhin jeden Tag ein wenig besser werden.
Übrigens: Nach einer Umfrage des „Stern“ von 2012 sind 50 Prozent der Mitarbeiter mit ihrem Chef zufrieden und weitere 29 Prozent sogar sehr zufrieden.

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Leserkommentare

Kommentar: Emotionale Bindung zum Unternehmen ist leider kein Garant für Leistung. Viele sind zwar emotional total mit dem Unternehmen verbunden aber auf Grund der Umstände in denen sie sich befinden auch sehr unzufrieden und ohne Leistung. Ein Grund dafür ist bei Mitarbeitern die schon lange in einem Unternehmen sind ständig wechselnde Führungskräfte die aber leider nichts weiter bringen und die Mannschaft durch fehlenden Respekt sowie daraus resultierende falsche Entscheidungen regelrecht aus der Bahn werfen.

Leider sind auch die Entscheider an höchster Stelle mittlerweile nur mehr am eigenen Profit orientiert und kümmern sich nicht mehr um Mitarbeiter sondern nur mehr um Zahlen. Übrigens bei der Zahl des Geldes (dem Verdienst) spielt die Höhe der Entlohnung durch die extrem hohe Verantwortung für die \"vielen\" Mitarbeiter dann doch wieder eine Rolle …. paradox … oder?

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