“Wir könnten bei guter Führung doppelt so produktiv sein!”

Ulrich Grannemann – Die Mehrheit der befragten Mitarbeiter einer weltweiten Studie ist der Meinung, dass sie doppelt so gut sein könnten, wenn die Führung stimmt.

Die Mehrheit der Mitarbeiter, die in der Studie Lessons for Leaders from the People, die die Talentmanagement-Beratung DDI durchgeführt hat, befragt wurden, gibt an, doppelt so produktiv sein zu können, wenn besser geführt würde. Teilnehmer der weltweiten Studie waren mehr als eintausend Arbeitnehmer ohne Führungsverantwortung, darunter aus den USA, Deutschland, China und Indien.
 
Die Mitarbeiten sollten ihren eigenen Chef bewerten und sie oder ihn mit der besten Führungskraft vergleichen, die sie in ihrer Laufbahn erlebt hatten. Die Studie sammelt dadurch natürlich nur subjektive Eindrücke der Mitarbeiter, aber hält uns dadurch einen Spiegel vor.
Die Mehrheit der Befragten gab an, dass sie teilweise nur halb so produktiv arbeiten können, wie sie wollten, weil ihnen die Unterstützung durch den Chef fehlt.
 
Das deckt sich mit den Ergebnissen einer Leadion-Vorstudie, bei der wir auch die Frage nach dem Leistungspotenzial guter Führung gestellt haben. Auch wenn sowohl „Leistung“ als auch „gute Führung“ schwer zu operationalisieren sind, zeigt es doch das sehr hohe subjektive Empfinden, dass vor allem Führung als Hauptfaktor wahrgenommen wird.
 
·         So gab jeder Zweite an, er habe schon einmal über einen Jobwechsel wegen seines Chefs nachgedacht.
 
·         39(!) Prozent geben an, sie hätten schon einmal wegen Problemen mit dem Vorgesetzten ihren Job gekündigt.
 
·         Häufig wurde das Bevorzugen einzelner Kollegen kritisiert.
 
Diese Motivationsdaten decken sich mit den Ergebnissen anderer Studien:
37 Prozent sagten, selten oder sogar niemals motiviert zu sein. 98 Prozent der Befragten, die angaben, sich von ihrem Chef motiviert zu fühlen, sind nach eigenen Angaben zu Höchstleistungen bereit. Bei den frustrierten Arbeitnehmern dagegen waren es gerade einmal elf Prozent.
 
Das Meinungsforschungsinstitut Gallup untersucht jährlich, wie es um die Mitarbeitermotivation bestellt ist. In den vergangenen Jahren hatte sich die Arbeitszufriedenheit mit dem Arbeitgeber stetig verschlechtert. Der diesjährigen Umfrage zufolge gaben 24 Prozent der Befragten in Deutschland an, dass sie keine emotionale Bindung mehr zu ihrem Arbeitgeber hätten. Immerhin 15 Prozent sagten, sie hätten innerlich gekündigt.
 
Und? Was heißt das für uns als Führungskräfte?
Dazu sind die Antworten zu den möglichen Ursachen oder besser Ansatzpunkten der Führung spannend:
 
·         50 Prozent sehen den Mangel in der fehlenden Möglichkeit, Probleme eigenständig lösen zu können oder zu dürfen.
 
·         45 Prozent sehen fehlendes Feedback und Lob als Manko.
 
·         Mehr als ein Drittel der Befragten gab eine schlechte Arbeitsorganisation als Problem an.
 
Was heißt das praktisch, wenn wir die Ergebnisse ernst nehmen?

Viel mehr über Arbeit reden
1.     Mit welchem Mitarbeiter beginne ich mehr über Arbeit (Feedback und Lob), seine Sichtweisen, Wünsche, Erwartungen zu reden.
Verantwortungspakete übergeben
2.     Was mache ich zu viel? Welche „Arbeitsperlen“ sind schon viel zu lange bei mir und wer würde ich sich freuen, mehr Verantwortung und Vertrauen zu bekommen? Fragen wir nach den Zeiten in einem Lebenslauf, in denen Mitarbeiter hoch motiviert waren, bekommen wir immer die gleiche Antwort: „Ich hatte hohe Verantwortung und konnte zeigen, was ich kann“.
Verantwortung eindeutig zuordnen, Rahmen setzen
3.     Eine Gallup-Studie bestätigt die Klage vieler Mitarbeiter, nicht wirklich zu wissen, was von Ihnen erwartet wird. Wer trägt eigentlich Verantwortung wofür? Ein übertriebenes Hoffen auf Selbstorganisation und schnelle Entscheidungen,  kleine Arbeitspakete („Machen Sie mal“) „Adhocratie“ in Meetings scheint das Problem zu verstärken.
Woher hole ich mein Selbstwertgefühl? Aus meinen eigenen Erfolgen oder aus den Erfolgen meiner Mitarbeiter?
Sie sind interessiert an weiteren Themen rund um das Thema Führung? Wir bieten individuelle Programme für Führungskräfte und Inhouse-Programme für Unternehmen. Außerdem halten wir Vorträge rund um das Thema Führung und trainieren Trainer für das Leadion-Modell.
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