Change Management – die zeitlosen Anforderungen und Gebote

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Wir leben in der V.U.C.A.-Welt. Gerade erst verkünden Unternehmen wie die Deutsche Bank und VW wieder den Abbau von Arbeitsplätzen und Umstrukturierungen wie die Lufthansa. Das bedeutet für die Arbeitnehmer Verluste: Ihrer gewohnten Arbeitsumgebung, von Kollegen, von Teilen ihres Einkommens oder gar ihres Jobs. Das ist gleichbedeutend mit dem Verlust von sozialen Kontakten, Lebensstandard und Einkommen und damit existenziell. Somit sind heftige emotionale Reaktionen darauf völlig normal:

  • Wut auf diejenigen, die ihnen das eingebrockt haben
  • Angst und Sorge um die eigene Zukunft
  • Schmerz und Trauer in Bezug auf die befürchteten oder realen Verluste
  • Verletzter Stolz und Kränkung, weil meine Leistung in der Vergangenheit auf einmal nicht mehr anerkannt ist und wertlos erscheint.

Heftige Emotionen sind also eine normale und sogar notwendige Folge und Begleiterscheinung von Veränderungsprozessen . Notwendig deshalb, weil ohne die emotionale Reaktion die Botschaft, dass sich etwas ändern muss und sich auch tatsächlich ändert, noch gar nicht bei den Betroffenen angekommen ist. Die emotionale Reaktion zeigt daher auch: Ich habe verstanden (bin aber noch nicht einverstanden)! Für den weiteren Verlauf der Veränderung und deren Akzeptanz ist dabei ganz entscheidend, was die Betroffenen verstanden haben und wie sie mit ihren Emotionen umgehen.

Daraus ergeben sich ein paar zeitlose Gebote für die Führungskräfte in Zeiten des Change Management:

  1. Kommuniziere klar, warum (Blick in die Vergangenheit und Gegenwart) und wofür (Zweck, Vision und Ziele; Blick in die Zukunft) die Veränderung sein muss (Gebote der Klarheit und Glaubwürdigkeit).
  2. Sei schnell bei der Umsetzung (Gebot der Geschwindigkeit). Besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Akzeptiere aber auch, dass die seelische Verarbeitung mehr Zeit braucht als die organisatorische Veränderung. Auch im Zeitalter von Internet und Raumfahrt geht die Seele zu Fuß.
  3. Sei Dir der Emotionen, welche die Veränderungen auslösen, bewusst und schaffe ihnen einen Rahmen (Gebot des respektvollen Umgangs mit den Betroffenen), z. B. durch Gelegenheiten, diese Emotionen zu äußern (zeitlich begrenzt in Teamsitzungen, in Sonderveranstaltungen wie Zukunftskonferenzen/-werkstätten, usw.)
  4. Sei Dir klar, dass die emotionale Verarbeitung für alle Beteiligten Zeit und Kraft kostet, die nicht für die Arbeit zur Verfügung steht. Kanalisiere daher die emotionale Energie am besten in eine zielführende und konstruktive Richtung (Gebot der Akzeptanz der Emotionalität).
  5. Schaffe so viele Möglichkeiten wie irgend möglich, aktiv an der Veränderung mitzuwirken, anstatt sie nur passiv erdulden zu müssen. (Gebot der Beteiligung)
  6. Sorge für respektvolle Abschiede derer, die gehen müssen. Den Respekt werden sich auch die merken, die bleiben. (Gebot der Würdigung der Vergangenheit).
  7. Sorge für Klarheit im Prozess (Gebot der Klarheit; siehe auch Gebot 1). Vielen Gerüchten kann durch Klarstellung dessen, was stimmt und was nicht, die negative Energie entzogen werden. Die Kommunikation erster Fortschritte oder gar Erfolge im Veränderungsprozess können Entlastung schaffen und zur weiteren Veränderung motivieren.
  8. Mache Mut zur Veränderung, in dem Du auf erfolgreich abgeschlossene Veränderungen in der Vergangenheit verweist(Gebot der Ermutigung).
  9. Kümmere Dich um die Motivation und Arbeitszufriedenheit derer, die bleiben (dito).
  10. Gestehe Dir selber ein, dass auch Du als Führungskraft von der Veränderung und deren Folgen manchmal überwältigt bist. Auch Du bist ein Mensch (Gebot des guten Umgangs mit sich selbst).

So kann Veränderung nachhaltig gelingen.

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