Studie: Meetings sind Gräber für Zeit, Stimmung und Motivation

Ulrich Grannemann –  Jammern ist ansteckend, Zuversicht nicht. In Meetings wird viel gejammert und genörgelt. Und die Auswirkungen sind schlimmer als man denkt.

Prof. Simone Kauffeld (TU Braunschweig) hat jede Äußerung in über 400 Arbeitsgruppen – Meetings kodiert und analysiert. Dabei hat sich gezeigt, dass viel gejammert und genörgelt wird.
 
16 x Jammern versus 1 x Lösen  
 
Abwertungen, Jammern, Schwarzmalen und andere dysfunktionale Äußerungen kommen in Meetings laut Ihrer Studie 16 Mal (in Worten: sechszehnmal) häufiger vor als Beiträge zur Lösung. Dabei gibt es keine messbaren Unterschiede zwischen den Branchen.
 
Jammern ist ansteckend, Zuversicht nicht
 
Was sie aber feststellen konnte, war, dass Jammern ansteckend wirkt. Es zieht die anderen mit. Leider ist der umgekehrte Effekt, das Verbreiten von Zuversicht und Engagement, nicht festzustellen. Auch gibt es wohl keine Korrelation von Persönlichkeitsmerkmalen und dem Hang auf Meetings zu Nörgeln.
 
Meetingkultur und Erfolg
 
Es gibt allerdings eine mittlere negative Korrelation zwischen Jammern und dem wirtschaftlichen Erfolg und vor allem der Innovationskraft. Was war eher da? Huhn oder Ei? Auch wenn sich der Misserfolg als Folge von schlechten Meetings nicht nachweisen lässt, Meetings scheinen das Ruder nicht herumreißen zu können.
 
 
Welche Faktoren führen zu den besseren Ergebnissen?
 
1.     Meetings nur wenn konkrete Punkte zur Klärung vorliegen
 
2.     Diversität der Teilnehmer
 
3.     Klare Punkte und was mit Ihnen passieren soll (Info, Nachfragen, Ideen, Bewertung)
 
4.     Alle Teilnehmer zu Wort kommen lassen (Zum Beispiel durch eine Kartenabfrage zu Beginn eines Themas)
 
5.     Was nicht alle Teilnehmer angeht, gehört auch nicht in das Meeting.
 
 
 
So wie Nacht und Nebel Geister und Gespenster gebären (Goya), so scheint das Laufen lassen von Meetings Jammern und Killerphrasen hervorzurufen. Man kann wohl nicht genug mit seinen Mitarbeitern über Regeln reden und sich bemühen, sie stetig besser zu machen und auch die Struktur der Regelkommunikation ständig in Frage zu stellen.
 
Eine Rotation der Moderationsaufgabe entlastet den Chef und macht so alle zu Mit-Moderatoren.
 
So sehr das „Abschweifen-Lassen“ für persönliche Gedanken und neue Ideen förderlich sind, so dysfunktional scheint es bei Meetings zu sein.
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