Generation Y – Lust auf Führung?

Roland Gruber – Die Generation Y lässt sich offensichtlich nicht als homogene Gruppe klassifizieren. Zwei verschiedene Studien kommen zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen, wenn es darum geht, ob diese jungen deutschen „Lust auf Führungsaufgaben“ haben.

Widersprüchliche Generation Y
Die Generation Y – also grob die Geburtsjahre von Anfang der 80er bis Mitte der 90er – ist die Generation, die in den nächsten 30 Jahren immer stärker die Unternehmen prägen werden. Deshalb kümmert sich natürlich auch die Wissenschaft um diese Altersgruppe. Mit durchaus unterschiedlichen Ergebnissen:

Deloitte Millenial Survey 2015
Das Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen ließ 7806 nach 1982 geborene junge Erwachsene in 29 Ländern befragen. Es gab viele erwartbare Ergebnisse. Die deutschen Befragten legen hohen Wert auf angenehme Kollegen, einen sicheren Arbeitsplatz, gutes Gehalt (93 %) und eine abwechslungsreiche Tätigkeit. Sie wünschen sich einen Arbeitgeber, dessen Moralvorstellungen und dessen Leitbild zu ihnen passt und der ihre Weiterentwicklung fördert.

Interessant wird die Frage, ob eine leitende Position angestrebt wird: die jungen Männer bejahten dies zu 46 %, die jungen Frauen nur zu 29 %. Auffällig ist hier der internationale Vergleich. In allen untersuchten asiatischen Ländern (China, Singapur, Südkorea, Malaysia und Thailand) liegt dieser Wert geschlechterübergreifend bei 70 %.

Der offenbar unterdurchschnittlich ausgeprägte Ehrgeiz der Deutschen verbindet sich mit einem hohen moralischen Anspruch. „Die Millenials glauben in ihrer übergroßen Mehrheit, dass die Wirtschaft einen Neuanfang braucht, sowohl was die Aufmerksamkeit für Menschen und Ziele angeht, als auch ihre Produkte und Gewinne betreffend“, lautet die Einführung zur Studie.

Millenial Studie (Universum Beratungsunternehmen, INSEAD Emerging Markets Institute, HEAD Foundation)
Hier wurden 16.000 Studierende und junge Berufstätige in 42 Ländern befragt. Im Vordergrund stand bei den jungen Deutschen vor allem die Vereinbarkeit von Familie und Beruf (81 %), das Gehalt spielt laut dieser Studie nur für 19 % eine Rolle.

Die Studie findet geschlechterübergreifend aber 48% der Deutschen, für die eine Führungsrolle wichtig oder sehr wichtig ist. Die Autoren folgern, dass die unter 30jährigen „ehrgeizig“ sind und „ihre Karriere selbst gestalten wollen. Sie wollen führen und suchen die Herausforderung“.

Was fällt auf? Es gibt Widersprüche zwischen, aber auch innerhalb der Studien. Die jungen Erwachsenen scheinen keine einheitliche Gruppe zu sein, wofür wir dankbar sein sollten. Andere Studien haben ja schon von der „Generation Bausparvertrag“ gesprochen. Der hohe moralische Anspruch ist eventuell dem Alter geschuldet, die Wirtschaftswoche spricht gar von „Flausen im Kopf“. Ich ganz persönlich –der gerade die 60 erreicht und nicht mehr viele Flausen im Kopf hat – möchte den Jungen viel Erfolg auf dem Weg in ein erfülltes (Berufs)-Leben und beim Wirken für eine bessere Welt (sie hätte es verdient) wünschen.

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