Fünf Dinge, die Führungskräfte unmöglich können

Businessman playing chessUlrich Grannemann– Sehr viele Überforderungen, Fehler oder Unwohlsein mit unseren Rollen entstehen durch falsche Grundannahmen. Sich von ihnen zu verabschieden, wirkt wie eine Erlösung. Und sie zeigen uns den richtigen Weg.

 

1.Wir können nicht fehlerfrei kommunizieren.

Führung ist ein Kommunikationsjob. Wenn wir nicht fehlerfrei kommunizieren können, können wir nicht fehlerfrei führen. Die Ursache dafür liegt nicht am mangelnden Vermögen, sondern in der Natur der menschlichen Systeme. Wir haben keine Kontrolle darüber wie die Dinge, die wir kommunizieren oder nicht kommunizieren interpretiert werden. So entstehen Verletzungen ohne böse Absicht.

Konsequenz: Wenn wir als Führungskräfte nicht einfach mit diesen Fehlern leben wollen, hat verantwortungsvolle, moderne Führung ein wichtiges Merkmal: Moderne Führung braucht ein Verfahren, das Kommunikations- Fehler aufnimmt, erklärt, richtig stellt oder korrigieren kann.

 

2. Führungskräfte können nicht Gedanken lesen.

Wir wissen einfach nicht was genau in den Köpfen unserer Mitarbeiter angekommen ist, wenn wir eine Aufgabe delegiert haben. Und da auch Mitarbeiter keine Gedanken lesen können, auch von uns Führungskräften nicht, entstehen immer wieder Fehler und Enttäuschungen von Erwartungen, die nichts mit dem Können, dem Wollen oder der Intelligenz zu tun haben.

Konsequenz: Das heißt, Mitarbeiter können einfach auch nicht fehlerfrei arbeiten. Die Frage ist also, welche Missverständnisse gab es diesmal? Und können wir diese das nächste Mal vermeiden? Auf diese Art und Weise können wir das Feedback fast ersatzlos streichen. Wir müssen Delegation ernster nehmen und uns viel mehr Zeit dafür nehmen. Alles was wir am Anfang richtig machen, müssen wir später nicht reparieren.

 

 

3. Wir können die Arbeitszufriedenheit nicht einfach an den Gesichtern ablesen.

„Ich kenne meine Pappenheimer“. „Ich sehe doch genau, wie es meinen Mitarbeitern geht“. Diese Form von Wahrnehmungs – Überschätzung erliegen wir immer wieder. Bis wir zugeben müssen, dass wir eine innere Kündigung im Vorfeld eben nicht erkannt haben. Es stimmt zwar, dass wir die Stimmungen und die Launen der Mitarbeiter an ihrer Physiologie ersehen können, aber eben nicht alle und vor allem nicht dann, wenn es um die Wurst geht. Gerade dann, wenn Mitarbeiter ernsthaft überlegen zu wechseln, beginnen Sie, Ihre Körpersprache zu kontrollieren.

Die Konsequenz, die sich daraus ergibt, ist, dass wir unsere Mitarbeiter ernsthaft und vertrauensvoll nach ihrer Arbeitszufriedenheit fragen müssen. Auch das ist noch keine Gewähr, aber die einzige Möglichkeit zu erfahren, welche Punkte genau hinter dem Stimmungstief liegen. Es gibt keine Alternative zum Weg, zuerst das notwendige Vertrauen aufzubauen.

 

4. Wir können nicht alle Wünsche erfüllen

Auch wenn manche Mitarbeiter sich das Wünschen, aber Führungskräfte sind keine Götter. Auch keine Rollenfortsetzung der Eltern im Erwachsenenleben. Wir würden unseren Job als Führungskraft nicht erfüllen, wenn wir Erwartungen zulassen und Versprechungen machen, die am Ende nicht erfüllbar sind.

Konsequenz: Wir müssen Täuschungen beseitigen. Das heißt, wir müssen „ent-täuschen“. Wer allerdings als Führungskraft erfüllbare Punkte nicht anpackt, macht seinen Job auch nicht.

 

5. Wir können nicht alle gleich behandeln

Wir Führungskräfte sind auch nur Menschen. Wir haben Lieblinge und Antipathien. Wer das leugnet, gerät gerade deshalb in die Gefahr an diesen Punkten Fehler zu machen. „Es gibt nichts Ungerechteres, als alle gleich zu behandeln“, denn – wie die Kölner sagen – jeder Jeck ist anders und möchte anders behandelt werden. Es sind im Kern immer unsere eigenen blinden Flecken, unserer eigenen persönlichen Verletzbarkeiten und Empfindlichkeiten, die uns emotional und damit häufig auch ungerecht und verletzend handeln lassen.

Konsequenz: Thomas J Peters (Autor, „ Auf der Suche nach Spitzenleistungen“) sieht die wichtigste Aufgabe der Führungskraft darin, sich selbst zu kennen. Es sind die Macken in unserem Selbstbild, die dazu führen, dass wir Verhaltensweisen von anderen als Verletzungen, mangelnde Wertschätzung und Aufmerksamkeit interpretieren.

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